Vitamin C wirkt doch! Widersprüchliche Studie sagt nichts aus


©Foto: wikipedia GNU – Thomas N. aka Karpour


„Vitamin C wirkt nicht“, titelten reihenweise Tageszeitungen
und bezogen sich dabei auf eine Studie (mit Tagesdosen von 2 Gramm Vitamin C täglich), die keiner wirklich gelesen hatte. Die Quelle dieser Aussage, das „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“. Die Nachricht über das angeblich wirkungslose Vitamin C wurde begierig von denjenigen aufgegriffen, die noch nie an Wirkung von Vitaminen geglaubt haben. Nur gegen Skorbut taugt Vitamin C angeblich etwas, aber gegen Erkältung ist es wirkungslos, das hat nämlich eine neue Studie an 11.000 Testpersonen bewiesen. Wirklich?

Wer den Artikel „Erkältungen: Hält Vitamin C gesund?“ auf gesundheitsinformationen.de bis zum Ende liest, erfährt „Nach den bisherigen Daten könnte hoch dosiertes Vitamin C bei diesen Personen tatsächlich auch gegen Erkältungen vorbeugen.“, gemeint sind Personen, die über kurze Zeit größerer körperlicher Anstrengung ausgesetzt sind, wie zB Sportler. Das wirft natürlich die Frage auf, warum Vitamin C bei Sportlern gegen Erkältung vorbeugt und bei anderen Personen nicht. Möglicherweise spielt hier der Stoffwechsel eine Rolle, denn Sportler sind generell weniger anfällig für Krankheiten, als Stubenhocker und Schlafmützen – da kann selbst Vitamin C keine Wunder mehr bewirken und wird vom Körper unverdaut wieder ausgeschieden.

Vitamin C durch zahlreiche Studien untersucht
Vitamin C ist nicht nur das bekannteste Vitamin, es wurde auch durch unzählige Versuchsreihen und Studien untersucht. Die bekannteste Wirkung des Vitamin C ist die Vorbeugung gegen die gefürchtete Seemannskrankheit Skorbut. Damit ist zweifelsfrei seit Jahrzehnten nachgewiesen, dass Vitamin C oral eingenommen eine bedeutende therapeutische Wirkung auf den Organismus ausübt. Im Falle der Injektion von hochdosiertem Vitamin C wurde in Tierversuchen an Mäusen sogar eine Bremsung des Tumorwachstums nachgewiesen. Die Frage bleibt also, wie und ob das Vitamin C-Pulver in oraler Form eingenommen eine sinnvolle Wirkung hat, insbesondere bei Erkältungskrankheiten. Das mit dem angeblichen Wunderpulver Vitamin C Milliarden verdient werden, ist unbestritten.  Und überhaupt ist es vielleicht sinnvoller, gerade den Bedarf an Vitamin C über Tropenfrüchte wie beispielsweise die günstige Kiwi zu decken, die zudem noch zahlreiche andere Vitalstoffe liefert, die bisher nicht synthetisiert wurden und deshalb nicht in Tabletten- oder Pulverform vorliegen.

Studien, die bereits in den 70er Jahren durchgeführt wurden, haben bestätigt, dass Vitamin C auch bei der oralen Aufnahme Wirkungen auf die Immunglobulin-Produktion, [2] hat. Experimentiert wurde mit Tagesdosen von 5-10 Gramm Vitamin C. Außerdem haben Untersuchungen an Ratten nachgewiesen, dass die für Menschen empfohlene Tagesdosis an Vitamin C ( wie bei vielen anderen wasserlöslichen Vitaminen auch) wahrscheinlich viel zu niedrig angegeben ist. Ratten bilden das Vitamin C selbst im Körper und haben beispielsweise eine vielfach höhere Vitamin C-Konzentration im Blut als die für Menschen empfohlene Tagesdosis. Eine Reduzierung der Vitamin C-Konzentration im Blut der Ratten, hatte bei den Versuchs-Ratten einen Anstieg des Cholesterinspiegels zur Folge.

Übrigens: Die empfohlene Tagesdosis Vitamin C  (100 bis 150 mg) steckt schon fast in einer Kiwi. Eine Katze produziert ca. 1 Gramm und ein Hund ca. 5 Gramm Vitamin C täglich. [Tabelle: Empfohlene Tagesdosis an Vitaminen (RDA)] Da der menschliche Körper Vitamin C nicht speichert, sind drei Tagesdosen über den Tag verteilt sinnvoll.

(msc)

Verwandte Themen

Mineralwasser in Plastikflaschen hat “Qualität von Kläranlagenabwasser” »

Mineralwasser: Ein internationales Milliardengeschäft »

11 Antworten zu Vitamin C wirkt doch! Widersprüchliche Studie sagt nichts aus

  1. Herbert K. sagt:

    Liebe Verfasserin / lieber Verfasser,

    ein Text mit recht wirrer Argumentation, der weiterhin nur zeigt, das Vitamin C gegen Skorbut hilft. Ratten, Mäuse und Katzen sind keine Menschen, Tierversuche beweisen! für die Wirkung von Vitamin C gar nichts. Also, wo ist die kontrollierte Studie, die zeigt, dass Vitamin C bei Menschen, die nicht extremer körperlicher Belastung ausgesetzt sind, Erkältungen vorbeugt. Für einen entsprechenden Literaturhinweis wäre ich sehr verbunden.

    Herbert K.

  2. Vitaminpapst sagt:

    Die erwähnten Tests sind nicht nur mit Ratten durchgeführt worden.
    An die Tiere wurde kiloweise Vitamin C verfüttert, bis es erste Nebenwirkungen gab. Vitamin C oral eingenommen beeinflusst auch die Eisenresorption im Blut. Killerzellen, Neutrophile und Lymphozyten benötigen Eisen! Die Wirkung von Vitamin C auf die Immunglobulin-Produktion, können Sie in fast jeder Studie nachlesen, da diese Wirkung am meisten nachgeprüft worden ist. Speziell bei „Erkältungen“: Erkältung wird durch viele Faktoren beeinflusst. Nach der von Ihnen erwähnten Studie, reicht es wohl schon aus, täglich kurz zu joggen, um die optimale Wirkung des Vitamin C (Ascorbinsäure)zu erreichen? Das Ratten und Mäuse keine Menschen sind, erzählen Sie mal den Labors, die seit Jahrzehnten erfolgreich an Ratten und Mäusen experimentieren. Das müsste denen also längst bekannt sein. Am besten bleibt sicherlich natürliches Vitamin C. Desweiteren muss bei Studien ausreichend dosiert sein, vergleichsweise hoch dosiert wie bei anderen Vergleichsstudien! Niedrige Dosen wirken höchstens gegen Skorbut=Mangelerscheinungen.
    Literatur:
    R. Douglas & H. Hemilä: PLoS Medicine, Bd. 2, Nr. 6, S. e168, 2005

    The effect of ascorbic acid supplementation on some parameters of the human immunological defence system.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/914459

    Umfangreicher Literaturhinweis zu Vitamin C Studien:
    http://www.webmed.ch/vitaminC_buch/htmldocs/092%20Literatur.htm#anker167

  3. Herbert K. sagt:

    Na ja,

    es ist mir ehrlich gesagt egal, ob sich Immunglobulinspiegel verändern, irgendwelche Effekte in Tierstudien nachgewiesen werden oder sonstige Surrogatparameter untersucht werden. Solche Studienendpunkte haben schon oft in die Irre geführt – bekanntestes Beispiel ist siche immer noch die CAST-Studie. Ein valider Ansatz ist ganz einfach. Zwei randomisierte Gruppen, eine mit einer ausreichend hohen Dosis Vitamin C behandelt, die andere mit Placebo, natürlich doppelblind. Endpunkte sind Häufigkeit einer Erkältungserkrankung in den jeweiligen Gruppen, eventeuell noch Dauer der Symtpome und unerwünschte Nebenwirkungen.

  4. Sebastian sagt:

    denke mal, die Studien zu Vitamin C würden positiver ausfallen, wenn 100g nicht 1,99 (bei einer Drogeriekette) kosten würden, sondern 199 Euro für 100g. Da verdient doch keiner dran, bei 1,99 Euro!

    Verdient wird nur an Kranken und den Medikementen, die verschrieben werden. Wenn auf einmal viel mehr Menschen gesund wären, wo kämen wir denn da hin!? Also: schnell mal Vitamin C „schlecht“ machen, dann gibt es auch weniger Gesunde!

  5. marliesh4u sagt:

    Soweit mir bekannt ist, sind diese Billigprodukte noch wirkungloser als hochpreisige Tabletten.
    Die Testergebnisse dazu habe ich leider nicht mehr ganz im Kopf.
    Mein Fazit daraus: Frisches essen.🙂 Damit lebe ich schon lange ziemlich gut.

  6. Überzeugt sagt:

    Studien hin oder her. Ich weiß nur eines: bei mir verhindern hohe Dosen Vitamin C das Ausbrechen oder Fortschreiten der Erkältung. Bei anderen mag das anders sein.
    Beispiel: morgens aufwachen mit Frösteln, rauhem Hals, verstopfter Nase. Sofort nehme ich 1,5 g , nach 4 Stunden weitere 1,5 g und abends nochmal das Gleiche (von diesen Depotkapseln). In den seltensten Fällen muß ich die Vitamingabe am nächsten Tag wiederholen, denn die Erkältung ist dann schlicht nicht mehr da.
    In Summe macht das im Akutfall (also nicht vorbeugend!) 4,5g Vitamin C. Die Mengen Obst, die man da essen müßte, schafft kein Mensch. Das wären 9kg Orangen, am Tag.
    Ach ja, ich nehme das Billigprodukt.

  7. Auch überzeugt sagt:

    Genau so ist es, wie überzeugt sagt.

  8. Wolfgang sagt:

    Also, ich ernähre mich wirklich nicht gesund. Vor Jahren habe ich in der kalten Jahreszeit immer eine Erkältung bekommen. Ich nehme jetzt seit drei Jahren pro Tag 2 Kapseln mit Depotwirkung mit 300 mg Vitamin C und 5 mg Zink. Ich habe seit drei Jahren keine Erkältung mehr gehabt. Meine Frau kämpft seit drei Wochen mit ihrer Erkältung. Ich hab nix. Meine Arbeitskollegen fallen der Reihe nach aus. Ich hab keine Probleme. Also sag mir keiner, dass Vitamin C nicht funktioniert. Linus Pauling hat nicht umsonst den Nobelpreis bekommen. Die Pharmaindustrie hat es halt nicht gerne, wenn man mit preiswerten Mittel gesund bleiben kann.

  9. […] in Frage zu stellen. Wir haben dem Vitamin C deshalb einen ausführlichen Artikel gewidmet; auf diesen Artikel sei für den Interessierten verwiesen. Der Vitamin C-Bedarf wird am einfachsten durch kostengünstige Kiwis gedeckt (Stückpreis 15-19 […]

  10. Hygieia sagt:

    Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat _keine_ neue Studie _durchgeführt_. Von diesem Institut wurde lediglich eine Meta-Analyse der Cochrane Collaboration zitiert, die zu dem Ergebnis gekommen war, dass die Nach-Analyse einiger Doppelblindstudien nur einen kleinen Effekt zeigt.

    Was war an der Meta-Analyse bedenklich? Es wurden Studien zusammengefasst, bei denen mindestens 0,2 Gramm, also 200 Milligramm getestet worden war.

    Da die empfohlenen Mengen Vitamin C zur Verhinderung einer Erkältung bei mehreren Gramm am Tag liegen, macht es wenig Sinn die Einnahme von Bruchteilen davon zu testen.

    Vielleicht war es dem Cochrane Institut nicht möglich placebo-kontrollierte Doppelblindstudien mit therapeutisch wirksamen Mengen in den Datenbanken zu finden?

    Dass hohe Mengen Vitamin C therapeutisch wirksam sind, wissen Orthomolekularmdiziner seit den fünfiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Sie berichten über ihre Erfolge bei der Verhinderung von so verschiedenen Krankheiten wie Kinderlähmung oder Schlangenbissen.

    Alle setzten sie Vitamin C in therapeutischen Dorsierungen ein, oft zu Beginn der Therapie als Infusionen.

    Warum lassen sich Tierstudien überwiegend nicht als Nachweis der Unwirksamkeit von Vitamin C heranziehen?

    Weil die meisten Labortierarten Vitamin C selbst im Körper herstellen. So kann man zwar so tun. als sei die eine Gruppe die Placebogruppe, da ihr Futter kein Vitamin C enthält, da diese Tiere so viel Vitamin C selbst produzieren wie sie benötigen, wird das Ergebnis sein, dass es keinen Unterschied zwischen der Placebogruppe und der Vitamin-C-Gruppe gibt.

    Nur mit Meerschweinchen liesse sich der Test machen.
    Wenn die Mengen hoch genug gewählt werden.

    Am besten wäre es, die Studien mit menschlichen Teilnehmern zu wiederholen. Mit Vitamin C Mengen, die hoch genug sind und die über den Tag verteilt werden.

    Ganz wichtig: die Abbauzeit von Vitamin C ist sehr kurz, ungefähr 30 Minuten. D.h. die Prüfung, die seinerzeit zur Festlegung der benötigten Menge Vitamin C in den USA durchgeführt wurde, konnte die korrekte Menge nicht finden. Den 8 (!) Freiwilligen wurde eine geringe Dosis Vitamin C gegeben und dann wurde 24 Stunden gewartet, um die Laborwerte zu nehmen. Dieser Test wurde weltweit zur Festlegung der nötigen Tages verwendet!

    Also: um eine Erkältung im Ansatz zu stoppen, werden alle 30 bis 60 Minuten neue Vitamin C Mengen benötigt. Die vom Körper verwendete Menge schwankt je nach Gesundheitszustand enorm.

    Die Einnahme von time release Kapseln birgt Risiken: die Umhüllung der Kapseln ist aus Material, dass vom Körper mühsam entsorgt werden muss. Oft wird Schellack verwendet. Auch die 1 Gramm Brausetabletten enthalten viele Zustzstoffe, die die Wirkung untergraben. Hauptsächlich zu nennen ist Zucker. Zucker und Vitamin C sind sich sehr ähnlich und konkurrieren sozusagen um dieselben Hilfsstoffe im Körper. Zucker neutralisiert die erwünschte Wirkung von Vitamin C.

    Wenn eine Erkältung in Entwicklung ist, sollte auf den Verzehr von Zucker verzichtet werden. Isolierter Zucker ist an der Entstehung von sehr vielen Gesundheitsabweichungen beteiligt. Das wäre ein forschungsfeld, das sich lohnen würde. Wer auf die Ergebnisse nicht warten will, kann selbst forschen: bei sich.

    Man kann mit der Vitamin C Einnahme testen wie gut der eigene Gesundheitszustand ist. Reichen geringe Mengen bis sich das einstellt, was die Amerikaner so schön „bowel movement“ nennen, dann ist der Bedarf im Körper eher gering. Verträgt man am Tag 10 bis 20 Gramm ohne dass sich ein „loose stool“ einstellt, dann kann man sich Gedanken daürber machen, womit man nicht so freundlich zu sich gewesen ist.

    Dass mit der Produktion von Vitamin C Milliarden _verdient_ werden, halte ich für ein Gerücht. Es könnten hundert von Millionen Dollar Umsatz damit gemacht werden, aber Gewinn? Nein. Dazu ist der Kilopreis zu niedrig und es gibt Überkapazitäten.
    http://www.istockanalyst.com/article/viewiStockNews/articleid/3668856

    Nur der geringste Anteil der Weltproduktion dürfte als Vitamin verwendet werden. Ascorbinsäure wird in grossen Mengen als Hilfsstoff in der Nahrungsproduktion eingesetzt. Z.B. damit Fleisch seite erwünschte rote Farbe behält. Ebenso Gemüse in Konserven. Dort wird Vitamin C als Anti-Rostschutzmittel verwendet, warum nicht in unserem Körper?

    Sicher ist es wünschenswert, dass die Menschen sich von dem ernähren, wofür wir „gemacht“ sind: tropische Früchte. Nur übersteigt das bei vielen das Budget und die Anbaumengen reichen bei weitem nicht aus, die Menschheit zu ernähren.

    Warum dann nicht die tägliche Rohkosten mit Viramin C aufwerten? Schon im Morgen-Smoothie kann etws davon sein. Weitere Gelegenheiten ergeben sich über den Tag. Eine Alternative für Menschen mit empfindlichem Magen gibt es mit gepuffertem Vitamin C Pulver.

    Buchtipp:
    Steve Hickey und Hilary Roberts: „Ascorbate: The Science of Vitamin C.
    Eine Besprechung des Buches findet sich in diesem Artikel, in dem auch auf die Entdeckung von Prof. Pauling eingegangen wird, dass Vitamin C als Zusatztherapie bei Krebserkrankungen hilfreich sein kann ( im höheren Gramm Bereich als Infusion ):
    http://www.medicalnewstoday.com/articles/10022.php

  11. […] Vitamin C wirkt doch! Widersprüchliche Studie sagt nichts aus » […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: