UFC 99 – Ultimate Fighting in Köln: Ein Erlebnisbericht


©Privatarchiv – JMH-Reporter Jablonski (links) mit UFC-Fans und Dana White (zweiter v. rechts)

Es war ein wunderschöner sonniger Tag in Köln. In der Innenstadt konnte man schon die UFC– Fans an ihren T-Shirts erkennen. Sie trugen entweder UFC T-Shirts oder andere Marken aus dem MMA- Sport wie Tapout, Affliction etc. Der Kölner Dom war für viele eine der kulturellen Sehenswürdigkeiten die man sich neben der UFC Veranstaltung ansehen wollte. Manche hatten sogar Glück und trafen den Präsidenten der UFC Dana White mit einem Fernsehteam. Er ließ sich auch gerne mit den Fans fotografieren.

Das Octagon in der Kölner Lanxess-Arena

Die Fans kamen aus unseren europäischen Nachbarländern angereist wie den Niederlanden, Frankreich, Polen, England, den Balkanstaaten etc. Deutschland eignet sich auch besonders gut als Transitland dafür, Gastgeber für so ein Sportevent zu sein. Es waren auch überraschend viele US Amerikaner da. Waren das noch die letzten hier stationierten GI’s mit ihren Frauen oder sind sie extra hierher angereist? Schon lange vor Beginn der Veranstaltung tummelten sich die Fans vor der Lanxess Arena. In kürze waren an dem sich draußen befindlichen Stand mit Merchandise-Artikeln die meisten T-Shirts ausverkauft. Nach dem Einlass konnte man noch in der Arena an den Ständen UFC Artikel erwerben. Die Nachfrage war trotz der hohen Preise sehr groß. Das Publikum wurde vor der Veranstaltung mit Musik und Werbung der Sponsoren in Stimmung versetzt. Die Werbung mit den UFC-Ringgirls kam bei den männlichen Fans besonders gut an.

Die Vorkämpfe
Danach fingen die Vorkämpfe an. Gleich der erste Kampf war spektakulär. Der Holländer Stefan Struve trat gegen den Bosnier Denis Stojnić im Octagon an. Stojnić hatte ein hartes Ground and Pound Game trainiert. Er war in der Lage aus dem Stand explosiv seinem Gegner ,der in der Guard lag, die sogenannte Hammerfist zu schlagen, wobei er sein volles Körpergewicht hinter jeden Schlag brachte. Dies führte zum Ende der ersten Runde zu einem Cut. Die Ringärzte ließen Struve weiter kämpfen  weil der Cut sich oberhalb der Stirn befand und nicht das Auge gefährdete. In der zweiten Runde konnte Struve dann in den Rücken seines Gegner steigen und durch einen Choke den Sieg durch Aufgabe erringen. Dies war wieder ein Beweis dafür wie in diesem Sport ein technischer Kämpfer einen kräftigeren Puncher bezwingen kann.

Leider ging diese Rechnung für den ersten Deutschen der in den Octagon stieg nicht auf. Peter Sobotta wollte seinen Gegner den Engländer Paul Taylor durch Takedowns zu Boden bringen um seine Stärke im Grappling auszuspielen. Taylor konnte allerdings alle Versuche Sobottas kontern und dominierte ihn im Stand mit seinen Boxtechniken. In der zweiten und dritten Runde wurde Sobotta immer defensiver trotz der Zurufe seiner zahlreichen polnischen Fans. Deshalb war es klar, dass Paul Taylor nach Punkten gewinnen würde. Dennis Siver konnte Deutschland Ehre wieder im Octagon herstellen. Er besiegte den US Amerikaner Dale Hartt gleich in der ersten Runde durch einen Choke in 3:23 Minuten.

Die Hauptkämpfe
Nach den Vorkämpfen wurde die Stimmung im Publikum noch weiter aufgeheizt durch Highlight-Videos der UFC Kämpfer. Als das charakteristische Introvideo der UFC mit der dazugehörigen Musik auf den Leinwänden erschien, ging ein gigantisches Jubeln durch die Arena. Der erste Hauptkampf fand zwischen dem irischen Amerikaner Marcus Davis und dem Engländer Dan Hardy statt. In den vorm Kampf eingespielten Interviews provozierte Hardy seinen Gegner Davis durch die Behauptung, er sei ja gar kein Ire. Bei seinen Einmarsch ließ Marcus Davis dann Hause of Pain, eine irisch-amerikanische Hip-Hop Gruppe, spielen unter jubelndem Beifall des Publikums. Er trug auch die irische Fahne und einen grünen Mundschutz. Den Kampf über hatte Davis die Sympathien des Publikums auf seiner Seite, abgesehen von den englischen Fans. Als Dan Hardy nach Punkten gewann, wurde vom Publikum stark ausgebuht.

Videos zum Thema:
video Die Käfig-Kämpfer (swr-Reportage)
Mann gegen Mann bis zum Umfallen (swr.de)
Gladiatoren im Käfig: Marek Lieberberg und Ultimate Fighting in Deutschland

Er rechtfertigte sich gleich im Interview mit Joe Rogan, dass er Davis als Kämpfer respektiere und die psychologische Kriegsführung vorm Kampf ihm nur einen strategischen Vorteil bringen sollte in so einem harten Wettkampf. Der Veteran des MMA Sports Mirko Filipović (Cro Cop) war bei seinem Kampf gegen den Engländer Mostapha Al-turk der eindeutige Publikumsliebling, nicht nur bei seinen kroatischen Fans. Er erzielte gleich in der ersten Runde den Sieg durch TKO nach 3:06 Minuten. Dieser Sieg sendet ein klares Zeichen an seine künftigen Gegner, dass er wieder bereit ist den UFC- Schwergewichtstitel zu erlangen. Diesen Wunsch wird er sich allerdings mit dem mexikanischen US Amerikaner Cain Velasquez teilen müssen, der den französischen Standkämpfer Cheick Kongo eindeutig mit seinen Ringertechniken dominiert hatte. Es wird wieder sehr spannend werden im UFC Schwergewicht.

Das Highlight
Der Hauptkampf des Abends war zwischen dem US Amerikaner Rich Franklin und dem Brazilianer Wanderlei Silva. Die zahlreichen weiblichen Fans schien noch lauter zu jubeln als die Männer. Dieser Kampf war besonders spannend weil Rich Franklin in der Vorbereitung mit Anderson Silva trainiert hatte. Franklin hatte zuvor zwei Niederlagen gegen Anderson Silva und seinen Titel verloren. Anderson war auch ein Freund und Trainingspartner von Wanderlei in der Chute Boxe Academy gewesen. Allerdings hatte Anderson das Gefühl, dass Wanderlei die Promoter von Pride, wo er der Champion war, gegen ihn stellte. Anderson bekam keine Kämpfe im Pride und verlies die Chute Boxe Academy. Jetzt wo Wanderlei anscheinend vom leichten Schwergewicht zum Mittelgewicht im UFC wechseln möchte, denkt Anderson, dass er es auf seinen Titel abgesehen hat. Deshalb entschloss er sich Rich Franklin alle ihm bekannten Schwächen von Wanderlei Silva zu zeigen.

Nach aufregenden drei Runden errang dann Rich Franklin nach Punkten den Sieg, obwohl Wanderlei Silva in Europa deutlich mehr Fans hat, die ihn immer mehr anfeuerten. Für Rich Franklin war es auch verwunderlich nach seinen Sieg noch ausgebuht zu werden, etwas was er in den USA nicht gewohnt ist. Der Applaus für Wanderlei Silva war im Interview nach dem Kampf umso stärker. Wanderlei war begeistert von seinen deutschen Fans und sagte, er kämpfe nicht für den Sieg, sondern für seine Fans.

(sej)

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