Michael Stich: Stiftung für HIV- infizierte Kinder und neuer Turnierdirektor für Tennis am Rothenbaum – Interview


©michael-stich-stiftung.org –  Kampagne der Michael-Stich-Stiftung

Michael Stich ist ein ehemaliger deutscher Profi-Tennisspieler und Olympiasieger. Er gewann insgesamt 18 Turniere im Einzel – darunter das Turnier von Wimbledon und die ATP-Weltmeisterschaft – sowie 10 Titel im Doppel. (Quelle: wikipedia) In Hamburg ist er nun der neue Direktor des Tennisturniers am Rothenbaum und leitet eine Aids-Stiftung, die immer wieder durch spektakuläre Aktionen im Licht der Öffentlichkeit steht. jungeMedien Hamburg interviewte ihn.

©Jann Hustedt

Herr Stich, Sie haben die schwere Aufgabe, trotz der Abstufung des Turniers am Rothenbaum in die zweite Kategorie, den Tennisstandort Hamburg zu sichern und die Zuschauerränge genau so zu füllen, wie an früheren Tagen. Wie sieht Ihr Konzept dafür aus?

Das auszuführen, würde dieses Gespräch zeitlich sprengen! Aber ich weiß, dass die Hamburger gerne Tennis schauen und das wollen wir ihnen bieten. Tennis auf hohem Niveau.

Was für Veränderungen können wir von Ihnen in diesem Jahr am Rothenbaum erwarten?

Es wird der Tennissport im Mittelpunkt stehen. Wir wollen mehr auf Familie und Jugend eingehen. Spaß gemischt mit Weltklassetennis.

Sind wir bei der Nachwuchsförderung im deutschen Tennis noch zu nachlässig?

Das kann ich nicht beantworten, da ich das Konzept der Nachwuchsförderung nicht kenne. Ich bin mir sicher, dass wir in der Zukunft wieder Topspieler haben werden.

Sie haben Erfolge vorzuweisen, die kein anderer deutscher Tennisspieler jemals erreicht hat. Ihre Karriere hätte nicht besser verlaufen können. Wenn Sie heute zurückdenken, gibt es dann irgendetwas, was Sie aus heutiger Sicht anders gemacht hätten?

Nein, ich bin mit meiner Karriere sehr zufrieden. Sicherlich hätte ich gerne noch 1- 2 Grand Slam Turniere mehr gewonnen, aber man kann ja nicht alles haben. Ich bin wirklich stolz auf das Erreichte.

Deutschland hat den Sprung ins Viertelfinale geschafft. Nächster Gegner ist Spanien mit der aktuellen Nummer Eins Rafael Nadal. Eine schwer lösbare Aufgabe. Was können Sie den Spielern als Tipp mit auf dem Weg geben?

Das Team ist Außenseiter, aber darin liegt auch eine Chance. Als Team auftreten und an die eigene Stärke glauben. Das kann Berge versetzen.

Sie sind ein wesentlicher Teil der Sportgeschichte und haben mit den ganz großen Legenden packende und unvergessliche Matches gehabt: Agassi, Sampras, Becker, Lendl. Gegen den besten Spieler aller Zeiten Sampras haben Sie sogar eine positive Bilanz. Wie ist das jetzige Verhältnis zu ihren damaligen Sport-Rivalen?

Wir sehen uns ab und zu bei der Seniors Tour und den Grand Slams. Es ist immer sehr lustig und geprägt von der gemeinsamen Vergangenheit, allerdings ohne den früheren Ehrgeiz. Es sind Freundschaften daraus entstanden.

Sie haben auch eine Aids-Stiftung ins Leben gerufen und engagieren sich sehr für die Aufklärung der Jugend bei diesem Thema. Wie kam es zu Ihrem Engagement?

Ich war damals sehr erfolgreich und ich habe das Glück gehabt, viel Geld verdienen zu dürfen und wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben. Ich wollte vor allem aber auch selbst bestimmen, was mit meinem gespendeten Geld passiert, und so kam 1994 der Entschluss, selbst eine Stiftung zu gründen. Hinzu kommt, dass man seine Bekanntheit natürlich sehr gut nutzen kann und eine gewisse Vorbildfunktion hat. All diese Punkte haben mich dazu motiviert, eine eigene Stiftung zu gründen.

Auf der Suche nach einem Thema, dessen ich mich annehmen möchte, habe ich mir natürlich viele Gedanken gemacht. Hängen geblieben ist dann am Ende der Suche das Thema HIV, weil es in der Zeit schon nicht mehr in den Medien stattfand und die Menschen, die an der Krankheit leiden, keine Lobby hatten. Dass ich mich für Kinder einsetzen wollte, war mir immer klar. So ist dann die Stiftung für HIV- infizierte Kinder entstanden. Seit einigen Jahren engagieren wir uns zunehmend mit der Prävention und Aufklärung im Bereich HIV und AIDS. Dies vor allem, weil kaum über das Thema gesprochen und berichtet wird und die Infektionszahlen stetig ansteigen. ich denke, dass die Jugend die Generation ist, die den Unterschied machen kann.

Was erwartet uns in Zukunft noch von Ihnen?

Lassen wir uns überraschen…:-)

Interview:
JMH-Reporter v. Dreden
JMH-Reporter Schulz

weitere Informationen:

www.michael-stich-stiftung.de

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