Es gibt genug Wasser auf der Welt!


©Public/Nasa – Der blaue Planet: Wasser wohin das Auge blickt

Gibt es genug Wasser auf der Welt?„, fragt der Redakteur Roland Knauer in seinem Artikel im Tagesspiegel und gibt die Antwort gleich in den ersten Sätzen vorweg: „Auch wenn die Vereinten Nationen (UN) auf dem Weltwasserforum in Istanbul vor der globalen Wasserkrise warnen, reicht das Nass theoretisch für alle. Doch die Praxis sieht leider anders aus.“ Die Menschheit denkt sich von einer Krise in die nächste, immer auf der Suche nach der nächsten Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes. Nach dem einstimmigen Urteil der führenden Wasserknappheits-Propheten naht die Endzeit. Die Welt ist am Verdursten. Dabei wird gerne übersehen, dass die Welt (der blaue Planet) zu über 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist – also genug, um in der nächsten Sintflut darin zu ersaufen!

Gut, werden Sie sich fragen, wenn die Erde zu über 70 Prozent aus Wasser besteht, warum verdursten dann so viele? Die Antwort lautet: Weil Wasser die leidige Eigenschaft hat, schnell ungenießbar zu werden. Ein Tropfen Gift reicht aus, um Tausende Liter Wasser zu verseuchen. Und eine Zigarettenkippe reicht aus, um ca. 200 Liter Wasser zu verunreinigen. Wir haben also eine Knappheit an trinkbarem Wasser auf diesem Planeten, die nicht zuletzt durch die starke Verunreinigung unserer Wasserressourcen verursacht wird.

Das zweite Problem ist, dass die größten Wassermengen auf dem Planeten Erde aus Salzwasser bestehen. Nur der kleinere Teil – ca. 3% – besteht aus genießbaren Süßwasserquellen. Und halten Sie sich bitte fest, wenn Sie jetzt erfahren, wo sich die größten Süßwasservorkommen des Planeten Erde befinden: Die 3% Süßwasser die sich auf der Erde befinden sind zum größten Teil Eis am Süd/Nordpol (90% davon in der Antarktis)…

Info: Als Gegenargument gegen die Meerwasser-Entsalzungsanlagen werden in dem Bericht Umweltbelastung und hoher Energieverbrauch angeführt. Dazu folgendes: 1. Es sind bereits Meerwasser-Entsalzungsanlagen in der Entwicklung, die über Solarenergie laufen. 2. Die Umwelt ist ein schlechtes Argument, da die Weltmeere bereits durch Schifffahrt, Abwässer und andere Einflüsse weitaus stärker geschädigt  sind. Das Salz kann dem Meer wieder zugeführt werden. 3. Im Zuge der Entwicklung alternativer Antriebstechnologien, werden diese Anlagen vielleicht auch noch ganz anders betrieben werden. Die Entsalzung von Meerwasser zur Trinkwassergewinnung ist auf jeden Fall eine Entwicklung, die global weiter zunehmen und an Bedeutung gewinnen wird:

video Trinkwasser aus Brackwasser für vertrocknetes El Paso (3sat-Reportage)

Die Filterung und Entsalzung von Meerwasser
Völlig aus dem Blickfeld der öffentlichen Wasser-Diskussion, sind die vielversprechenden und mittlerweile ausgereiften Techniken zur Filterung und Entsalzung von Meerwasser geraten. Wie so oft, wird die öffentliche Diskussion durch die Dramatik gelenkt, und berichtet lieber über Millionen verdurstender Menschen, als darüber, dass auf dieser Welt schon längst niemand mehr verdursten müsste – wenn ausreichend Meerwasser-Entsalzungsanlagen zur Verfügung stehen würden. Es ist unter Experten schon lange kein Geheimnis mehr, dass die globale Trinkwasser-Knappheit theoretisch und technisch längst gelöst ist – insbesondere für alle Staaten, die direkt am Meer liegen.

Praktisch erfüllt sie allerdings noch einen wirksamen Zweck, als politisches Machtmittel im 21. Jahrhundert. Die globale Verknappung  von Trinkwasser könnte dazu führen, dass Wasser auf diesem Planeten vergleichbar kostbar wie Gold oder Erdgas/Erdöl werden würde. Andererseits wären dann aber auch Regionen wie beispielsweise der Nahe Osten explodierende Pulverfässer, wo die Menschen um jeden Liter Trinkwasser kämpfen müssten.

Entsalzungsanlagen bereits erfolgreich im Einsatz
Hochmoderne Meerwasser-Entsalzungsanlagen sind bereits in Ländern wie USA, Großbritannien, Spanien, Australien,  China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel im Einsatz. Die modernen Filteranlagen können in nur einem Durchgang Meerwasser in Trinkwasser verwandeln und ermöglichen es so, dass gefiltertes Meerwasser fast genauso billig wie normales Trinkwasser produziert werden kann. Teuer – und deshalb für viele arme Staaten unbezahlbar – sind einzig die Entsalzungsanlagen.

Wer arm ist, wird auf dieser Welt also auch in Zukunft weiterhin verhungern und verdursten müssen.

„Zu den Global Playern im chinesischen Wassermarkt besonders für die industrielle Wasseraufbereitung gehört Siemens. Mit der kürzlichen Übernahme von 70 Prozent der Beijing CNC Water Technology, einem erfolgreichen Systemintegrator von Wasseraufbereitungs- und Meerwasserentsalzungsanlagen, baut Siemens die Wasseraufbereitung in China aus. Der Schwerpunkt liegt dabei auf industriellen Filterapplikationen. CNC, ein 2002 gegründetes Unternehmen, führte die Membranfiltration in der Wasseraufbereitung und Meerwasserentsalzung auf dem chinesischen Markt ein. „(Quelle: process.vogel.de )

„Eine australische Mehrheitsbeteiligung der deutschen Hochtief AG ist Teil des Joint Ventures Blue Water, das derzeit eine Meerwasserentsalzungsanlage für Sydney baut. 500 Millionen Euro kostet das Ganze, und das Unternehmen wird die Anlage nach Inbetriebnahme auch für 20 Jahre betreiben. Blue Water besteht aus der John Holland Group. Diese gehört zu der australischen Beteiligung von Hochtief, Leighton Holdings, Spezialist für Tunnelbau und Wasseranlagen. Mit dabei ist auch der französische Konzern Veolia, der sich mit Entsalzung von Meerwasser auskennt. “ (Quelle: welt.de )

Wenn Sie also in Zukunft hören, dass Sie Wasser sparen müssen, dann denken Sie bitte daran, dass dieser Planet zu über 70%  aus Wasser besteht. Es wird kein Mensch mehr oder weniger auf der Welt verdursten, nur weil Sie täglich duschen – obwohl Sie auch gut mit salzigem Meerwasser duschen könnten. Allerdings wäre es moralisch sinnvoll, Trinkwasser nicht unbedingt für die Klospülung zu benutzen. Denn während wir mit Trinkwasser buchstäblich unsere „Scheiße“ im Klo runterspülen, verdursten auf der anderen Seite der Weltkugel Menschen durch Trinkwassermangel. Aber auch dafür gibt es bereits Lösungsvorschläge: in Kalifornien arbeitet man bereits daran, Trinkwasser aus der Kläranlage zu gewinnen…

Zukunftsvisionen für die Welt
In ferner Zukunft wäre es vorstellbar, dass Länder die direkt am Meer liegen, den Rest der Welt mit Wasser beliefern.

Voraussetzung dafür wäre ein ausgeklügeltes Transportsystem ( schon heute wird Flaschenwasser überall gehandelt) und dass diese Länder über riesige Meerwasser-Entsalzungsanlagen verfügen. Wenn für die Weltfinanzkrise Billionen zur Verfügung gestellt werden können, werden von der Weltgemeinschaft sicherlich auch Millionen oder Milliarden  für Meerwasser-Entsalzungsanlagen zu mobilisieren sein.

(msc/gk)

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20 Antworten zu Es gibt genug Wasser auf der Welt!

  1. Peter Weltmeer:-) sagt:

    Natürlich gibt es genug Wasser, man kann es nur nicht trinken! Das ist ja das Problem!!
    Ansonsten, guter Artikel mit interessanten Quellen!

  2. sabine stark sagt:

    wenn uns das wasser ausgeht, müssen wir es eben vom mars holen. da wurde jetzt angeblich wasser gefunden

  3. Stefanie sagt:

    Die Geschichte ist die gleiche wie mit so vielen Dingen, z.b. Nahrungsmittel oder Energie. Es gibt genug, die Verteilung stimmt nicht. Das alte Leid der Menschheit

  4. […] berichteten bereits, dass die Lösung des globalen Wasserproblems sich auf die Meerwasser-Entsalzung konzentrieren wird – auch wenn einige Utopisten davon träumen, dass der globale Wasserverbrauch […]

  5. Frank sagt:

    40 Billionen soll die „Wirtschaftskrise“ gekostet haben, das Geld floß indirekt in den Konsum…
    Wieviele Entsalzungsanlagen hätten dafür gebaut werden können? Diese würden auf Jahrzehnte Wasser und damit Wohlstand liefern sowie dürres Land wieder fruchtbar machen…
    Kostenlos Faxen: http://www.klimafax.de

  6. Lars sagt:

    Ein guter Artikel dem man viele Informationen entnehmen kann.Der video-link ist auch sehr aufschlussreich.

  7. […] Es gibt genug Wasser auf der Welt! » […]

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