Mineralwasser: Ein internationales Milliardengeschäft


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Wussten Sie, dass in einem Apfel mehr Mineralien sind als in einer Flasche Mineralwasser? Wussten Sie, dass Nestlé ca. 17% seines Umsatzes mit dem internationalen Verkauf von Mineralwasser macht? Lesen Sie diesen Artikel und Sie werden danach wahrscheinlich ein überzeugter Befürworter des Leitungswassers sein.

Seit Jahren versucht uns die Mineralwasserindustrie einzureden, dass Leitungswasser schlecht für uns ist. Begriffe werden geschaffen, die uns einreden sollen, dass wir unserem Körper etwas Gutes tun, wenn wir zur Flasche „Mineralwasser“ greifen – dabei wäre „Sprudelwasser“ die weitaus treffendere Bezeichnung. Das Sprudelwasser, an das wir uns so gewöhnt haben, verdankt seine Zungen kitzelnde Eigenschaft der beigemischten Kohlensäure – und nicht etwa dem Gehalt an gesundheitsfördernden Mineralien.

Bei der Kohlensäure handelt es sich um in Wasser gelöstes Kohlendioxid. Nebenwirkungen: Blähungen und Völlegefühl, Sodbrennen, Hickser, Schluckauf und Rülpsen.
Außerdem dient die Kohlensäure als Konservierungsstoff im Wasser, um die Keimdichte im Mineralwasser möglichst niedrig zu halten. Um mit Mineralwasser die Gleiche Menge Mineralien wie mit einem Apfel aufzunehmen, müssten Sie ca. 120 Liter Mineralwasser trinken!

Mineralien werden wieder ausgeschieden
Der Anteil von vielen Mineralien im Mineralwasser ist nicht nur schwindend gering, sie werden auch zum größten Teil wieder aus dem Körper ausgeschieden. Denn die Bioverfügbarkeit der Mineralien vieler Mineralwässer tendiert in Richtung gleich Null. Zwar wollen Studien bewiesen haben, dass mit Mineralwasser der Calcium- und Magnesiumbedarf von Sportlern optimal gedeckt werden kann – aber schon mit einer Banane täglich erreichen Sie mehr.

Um Ihren Mineralstoffgehalt mit Mineralwasser decken zu wollen, müssten Sie täglich ca. 20 Liter Mineralwasser trinken. Überhaupt war das Gespräch mit einem Lebensmittelchemiker sehr aufschlussreich, der bestätigen konnte, dass Calcium nichts anderes ist, als kalkhaltiges Leitungswasser – mit dem großen Unterschied, dass Beispielsweise das Calcium aus der Milch für den Menschen leichter verdaulich ist, als der Kalk aus dem Leitungswasser.


video http://www.youtube.com/watch?v=9Q_Wfth9Hsw (RTL-Reportage: Mineralwasser-Test)

Verunreinigungen: Leitungswasser kontra Mineralwasser
Die angeblich schlechte Qualität des Leitungswassers ist immer wieder ein gerne angeführter Grund gutgläubigen Bürgern das Mineralwasser aufzuschwatzen. Dabei haben Studien längst bewiesen, dass die meisten Mineralwässer zB nicht als Säuglingsnahrung geeignet sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat schon 2005 festgestellt, dass viele Mineralwässer zu hohe Uranwerte aufweisen. Ironischerweise wurden 2008 auch erhöhte Uranwerte in regionalen Leitungswässern gefunden – allerdings ist das Leitungswasser in Hamburg immer noch eines der besten in ganz Deutschland und unbedenklich genießbar!

Erst jüngst wurde nun noch von Frankfurter Wissenschaftlern nachgewiesen, dass in PET-Flaschen abgefülltes Mineralwasser zu hohe Hormonwerte aufweist (wir berichteten). Gerne werden von Kritikern die Bleirohre als Argument gegen das Leitungswasser ins Feld geführt. Schließlich sind schon die alten Römer an ihren Bleirohren zugrunde gegangen…
Ob in Ihrem Haus noch marode Bleirohre Verwendung finden, erfahren Sie bei Ihrem Hauseigentümer. Betroffen sind meist Häuser die vor 1973 errichtet wurden.

Das große Geschäft mit dem Flaschenwasser
Während in Deutschland literweise Mineralwasser geschlürft wird, klingeln andernorts die Kassen. Wasser ist ein zukunftsträchtiges Milliardengeschäft und nicht überall haben die Menschen das Privileg, dass sie das Wasser aus der Leitung noch trinken können, ohne danach Dauergäste auf der nächstgelegenen Toilette zu sein. Gottlob, in Deutschland kommt das Trinkwasser noch (!) aus der Leitung. Bei zunehmender globaler Wasserverknappung könnte das in einigen Jahrzehnten schon ganz anders aussehen.

Der Milliardenkonzern Nestlé, unter gutgläubigen Bürgern und unzähligen Kindern auch als Schokoladenlieferant bekannt, ist seit Jahren groß am Geschäft mit dem Wasser beteiligt.
Und nichts liegt dem Schokoladenriesen Nestlé mehr am Herzen, als auch unser Trinkwasser endlich in privater (zB Nestlés) Hand zu wissen. Immerhin hält der Schweizer Milliardenkonzern siebzehn Prozent Weltmarktanteil im großen Geschäft mit dem Wasser.

Nestlé begann 1999 mit der Einführung von Pure Life auf dem Testmarkt Pakistan. Die Marketingmethode dazu war gemäss einem Bericht des «Asian Wall Street Journal» gelinde gesagt aggressiv. Eine von Nestlé angeheuerte Marketingfirma organisierte zwei Monate vor Produktelancierung verschiedene Seminare zum Thema Wasserqualität. Offizielle VertreterInnen der pakistanischen Gesundheitsbehörden rügten dort die städtischen Wasserwerke. Ausserdem denunzierten sie verschiedene lokale Flaschenwasser, deren Qualität gesundheitsgefährdend sei. Dass Nestlé hinter der Organisation dieser Seminare stand, war zu diesem Zeitpunkt nicht transparent. Dann begann Nestlé mit der Lancierung von Pure Life. Schon sechs Monate nach der Einführung lag der Marktanteil bei über fünfzig Prozent.

Quelle: Uni-Kassel.de

Der Nahrungsmittelgigant Nestlé verkauft jährlich für mehr als zehn Milliarden Euro Mineralwasser und erzielt damit 17 Prozent seiner Gesamteinnahmen. Der Konzern hält heute ca. 77 Wassermarken und füllt seine Plastikflaschen an 107 Orten in der ganzen Welt ab.

Experten sind sich einig: Das große Geschäft mit dem Wasser hat erst angefangen.

(msc)
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12 Responses to Mineralwasser: Ein internationales Milliardengeschäft

  1. m****@gdb.de sagt:

    Gerade bei Google gefunden, ist ja auch nicht eben schmeichelhaft …

  2. Verbraucher sagt:

    Wenn Sie vom GDB (Genossenschaft Deutscher Brunnen) sind, fällt Ihr Statement ja ziemlich mager aus…

  3. Frank Schäfer sagt:

    Mineralwasser ist ein Geschäft mit der Angst: Die Angst der Bürger vor ihrem Leitungswasser.

    Wnd wie immer geht’s dabei ums große GELD…

    Unser Leitungswasser ist vielleicht das kostbarste, was wir haben. In anderen Ländern wird bereits Krieg um Trinkwasser geführt und die Menschen müssen kilometerweit fahren, um Trinkwasser tanken zu können!
    Wasser wird in Zukunft wahrscheinlich auch immer mehr Bedeutung als politisches Druckmittel gewinnen – ähnlich wie heute Erdöl und Erdgas. Dabei ist heutzutage schon durch modernste Filterverfahren in einem Durchgang bereits billiges Trinkwasser aus salzigem Meerwasser zu gewinnen. Und salziges Meerwasser haben wir bekanntlich genug auf dem Planeten!!!!

    Macht doch mal ein Interview mit denen:
    http://www.dme-ev.de/

    servus! franky

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  6. […] Mineralwasser: Ein internationales Milliardengeschäft » […]

  7. […] mit dem Mineralwasser, das zeigen beide Filme ganz deutlich, ist ein Humbug (siehe hierzu auch den Artikel der jungeMedien-Hamburg.de und die entsprechenden Artikel auf gesundheitlicheaufklaerung.de): Das Wasser hierzu wird […]

  8. laksmancham sagt:

    Nichteinmal im Sport ist ein bestimmtes Mineralwasser besser als ein anderes.

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