Malcolm X: Sein Leben, seine Geschichte


Foto: Malcolm X – „Die Zukunft gehört denen, die sich heute darauf vorbereiten.“

Malcolm Little (Malcolm X) schließt sich in den 1940er Jahren in Boston der „Nation of Islam“ an, einer religiösen Gemeinschaft schwarzer Muslime. Hier wird er vom kleinen Straßengangster zum charismatischen Führer der „Black Power“ Bewegung und entwickelt ein starkes Bewusstsein für die Unterdrückung der Schwarzen in Amerika.  Schon in wenigen Jahren avanciert er zu einem der prominentesten Redner der „Nation of Islam„. Am 21. Februar 1965 wird er auf einer öffentlichen Veranstaltung von mehreren Attentätern erschossen. Bis heute ist und bleibt Malcolm X umstritten – seine Thesen, sein Leben und Wirken von Kritikern oft un- oder missverstanden. Für viele Afroamerikaner ist und bleibt Malcolm X jedoch ein wichtiger Held und Wegbereiter der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in Amerika.

Foto: Malcolm Little als Jugendlicher

In den 1940er Jahren hält sich der junge Afroamerikaner Malcolm Little in den Straßen der schwarzen Ghettos von Boston mit kleinen Jobs und Gaunereien über Wasser. Wie viele Afroamerikaner zu seiner Zeit, glättet er sich die Haare, um seine krausen Haare zu zähmen und dem weißen Schönheitsideal zu entsprechen. Weiße Frauen sind eine Trophäe für ihn. Sich als Schwarzer mit weißen Frauen zu vergnügen, bedeutet zu dieser Zeit noch ein gesellschaftliches Tabu zu brechen und ist nicht ganz ungefährlich.

Nach einem Einbruch werden er und sein Freund Shorty von der Polizei geschnappt. Das Urteil fällt besonders hoch aus – beide sind inflagranti mit weißen Frauen erwischt worden – und lautet für beide: acht bis zehn Jahre Zuchthaus. Im Gefängnis bekommt Malcolm Kontakt zu den „Black Muslims“ und der „Nation of Islam“, einer religiösen Gemeinschaft schwarzer Muslime, und zur Philosophie von Elijah Mohammed. Elijah Mohammed, Führer der „Nation of Islam“, predigt zu dieser Zeit als Antwort auf den weißen Rassismus gegen Schwarze, eine Form des schwarzen Rassismus: Nach dieser Lehre sind die Weißen „Teufel“ und repräsentieren das absolut Böse. Und die ersten Weißen waren Adam und Eva…

Foto: Weiße bei der Verschleppung schwarzer Sklaven

Die Weißen als Teufel
Die Entstehung der Weißen wurde durch eine rassistische Genese erklärt, in welcher die Weißen das Ergebnis von Jahrhunderte langer „Züchtung“ eines „bösen“ Wissenschaftlers (Yacub) waren. Das Urvolk war der Stamm von Shabazz, von welchem die Afroamerikaner (und alle dunkelhäutigen Menschen) direkt abstammen. Yacub soll seine „Züchtung“ auf der durch die Offenbarung des Johannes bekannten griechischen Insel Patmos betrieben haben, wo er nach und nach die braune, die rote, die gelbe und schlussendlich die weiße Rasse züchtete, welche das absolut Böse und den Teufel repräsentieren (die ersten Weißen waren Adam und Eva).“ quelle: wikipedia

Mit den rassistischen Gräueltaten der Weißen gegen Schwarze im Amerika der 40er-Jahre bestens vertraut, fängt Malcolm Little an, sich mit den Philosophien der „Nation of Islam“ anzufreunden. Es beschäftigen ihn Fragen wie: „Was ist das für eine Religion, die den Weißen erlaubt, solche Gräueltaten gegen Schwarze zu begehen und sie wie Tiere zu behandeln?“ (gemeint sind die Sklaverei und das Christentum) Er entwickelt im Gefängnis ein politisches Bewusstsein für die Unterdrückung der Schwarzen und wird in die religiösen Lehren der „Nation of Islam“ eingeführt. Die christliche Religion assoziiert er mit negativen Erfahrungen und Erinnerungen als Schwarzer: Sie verkörpert in seinen Vorstellungen die Religion der Sklavenhalter, in der ein weißer Gott angebetet wird. Das sind Gründe für ihn, die ihn dazu bewegen zum Islam zu konvertieren. Eine Religion, in der die Hautfarbe keine Rolle zu spielen scheint.

Foto: Malcolm X "Die Schwarzen haben ein legitimes Recht auf Selbstverteidigung."

Malcolm Little wird
zu Malcolm X

Als „Malcolm X“ verlässt Malcolm Little gänzlich verwandelt das Gefängnis und steigt in wenigen Jahren zu einem der prominentesten Führer der „Nation of Islam“ auf. Den bürgerlichen Nachnamen „Little“ legt er mit der Begründung ab, dass die schwarzen Amerikaner die Namen ihrer Sklavenhalter tragen und ihre eigene Herkunft nicht kennen. Sie wurden aus Afrika verschleppt und von ihren Familien getrennt. In Amerika gab man ihnen neue Namen und radierte ihre afrikanische Lebensgeschichte aus. Das „X“ steht für unbekannt.

Malcolm X ist das radikale Gegenstück zur sanften Lehre des Dr. Martin Luther King. Während King die Gewaltlosigkeit und die Vergebung predigte, vertrat Malcolm X das Recht der Schwarzen auf bewaffnete Selbstverteidigung. Für Malcolm X war es das legitime Recht der Schwarzen, die „Sprache der Weißen“ (Gewalt) zu sprechen, wenn diese keine andere Sprache verstehen:

„Die Afro-Amerikaner sollten endlich aufstehen und tun, was auch immer nötig sei, um sich selbst zu verteidigen, „by any means necessary“. Um Ihr Selbstbewusstsein zu erwecken, müssten die Afro-Amerikaner sich ihre eigene, von den Weißen verfälschte Geschichte neu aneignen. Die weiße Geschichtsschreibung hätte die Afro-Amerikaner das Image angedichtet, unterwürfig, dumm, harmlos und ignorant zu sein und sie dadurch „psychologisch kastriert“. Die Schwarzen hätten aber immer Widerstand geleistet, z.B. durch bewaffnete Aufstände gegen die Sklaverei. Die weiße Lüge, Afrika sei lediglich ein wilder Dschungel und die Schwarzen seien erst durch sie zivilisiert worden, hätte einen ähnlichen Effekt gehabt. Dieser ideologische Unsinn müsse hinweggefegt und die „Neger“ (wie sie damals auch in ihren eigenen Reihen genannt wurden) müssten beginnen, sich zugleich als Afrikaner und als Amerikaner, als Afro-Amerikaner, zu sehen.“ quelle: wikipedia

Durch politische Meinungsunterschiede, Eifersüchteleien und Machtstreitigkeiten kommt es zum Zerwürfnis zwischen Malcolm und der „Nation of Islam“. Am 21. Februar 1965 stirbt Malcolm X bei einem Attentat. Die Hintergründe und Umstände seiner Ermordung sind immer noch nicht restlos geklärt. Die „Nation of Islam“ und die schwarze Bürgerrechtsbewegung in Amerika verlor eine ihrer schillerndsten Persönlichkeiten.
Als Antwort auf die Ermordung von Malcolm X, formierte sich 1966 die Black Panther Party for Self-Defence (Die Black Panthers od. Black Panther Party), die an den Grundprinzipien von Malcolm X festhielt.

(jmh)

Hinweis:
Freitag, 5. Dezember 2008, 22.25 Uhr auf 3sat
Malcolm X
Hauprolle: Denzel Washington
Regie: Spike Lee

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2 Antworten zu Malcolm X: Sein Leben, seine Geschichte

  1. katisommer sagt:

    Der Artikel ist wirklich sehr informativ und interessant. Den Film möchte ich unbedingt anschauen.

  2. malcoma sagt:

    OMG,wie Krass.. ey 😦 der mann war soo Nett.. ich habe vieles über iihn gelesen..

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