Von der Stage School Hamburg zu „Germany`s next Topmodel“ – Interview mit Wanda Badwal

©ProSieben/Stephan Pick – Wanda Badwal

JungeMedien Hamburg traf Wanda Badwal (23) anlässlich ihrer Dreharbeiten zu dem ProSieben-Movie „Crashpoint Berlin“ zu einem Interview. Wanda ist durch die ProSieben-Show „Germany’s next Topmodel – by Heidi Klum“ bekannt geworden und hat durch ihre natürliche, fröhliche Art schnell eine große Fangemeinde gewonnen. Trotz ihres Ausscheidens bei „Germany’s next Topmodel – by Heidi Klum“, ist sie eines der meistgebuchten Models die aus der Show bekannt wurden. Durch ihre Ausbildung an der Stage School in Hamburg ist sie eine sehr vielseitige Künstlerin. Sie wird sowohl als Model, wie auch als Sängerin und Schauspielerin gebucht.

©Privatarchiv/Wanda Badwal

©Oliver S./ProSieben - Wanda Badwal

Wanda, wie war die Erfahrung bei „Germany’s next Topmodel“ für dich? Hast du dort Menschen kennengelernt, die jetzt deine Freunde sind, oder war es eher Konkurrenz unter den Kandidaten?

Wanda: Man hat  im Fernsehen zwar viele Auseinandersetzungen oder Heulereien gesehen, dennoch haben sich dort auch Freundschaften entwickelt – ich habe noch zu drei Mädchen aus der Staffel Kontakt. Es geht auch gar nicht anders, dadurch, dass wir 3 Monate lang 24 Stunden am Tag zusammen waren und alle zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen sind. Was bei so einer Entscheidungsshow, wo immer ein Mädchen gehen muss, für Gefühle und Emotionen entstehen, ist schon sehr heftig und schweißt auch zusammen.

Im Fernsehen konnte man leider nicht so oft sehen, was für schöne Freundschaften in dieser Zeit entstanden

sind.

Wenn man dann aber zB in der Show sieht, dass die Kandidaten sich gegenseitig kritisieren, ist das dann nur Show, oder redet man danach noch miteinander und sagt: „Es war nicht so gemeint“?

Wanda: Alle stehen natürlich unter extremer Anspannung, weil wir die ganze Zeit gefilmt werden und weil man natürlich nicht rausfliegen will – man will solange wie möglich dabei bleiben. Die Redakteure bzw.

Realisatoren der Show, stellen dir dann ab und zu Fragen wie: „Wanda, dir geht’s jetzt schlecht, oder?“ Das ist natürlich deren Job, aber es verleitet einen natürlich dazu, auch mal was zu sagen, was man gar nicht so gemeint hat.

Dennoch kann ich sagen, dass ich in der Zeit bei „Germany’s next Topmodel“ immer meine ehrliche Meinung vor und hinter der Kamera gesagt habe – und wenn ich jemanden kritisiert habe, dann habe ich es auch so gemeint.

Was hast du in dem Moment gedacht als du ausgeschieden bist? Hast du damit gerechnet oder kam das alles sehr schnell?

Wanda: Es haben sich ja über 18000 Mädchen bei „Germany’s next Topmodel“ beworben und als ich unter den letzten 120 Mädchen war, habe ich mich schon sehr gefreut. Jedes Mal wenn es darum ging, ob ich eine Runde weiterkomme, dachte ich, dass es jetzt vorbei ist. In dem Moment der Entscheidung ist „Germany’s next Topmodel“ alles für dich, du nimmst alles sehr ernst, weil du möchtest natürlich weiterkommen. An dem Tag habe ich geahnt, dass ich rausfliegen werde und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Ich habe mich gar nicht als Verliererin gefühlt. Ich habe meinem Vater auch versprochen, dass wenn ich rausfliege, ich kein Drama daraus mache, denn ich habe es sehr weit geschafft. Ich habe mir immer wieder gesagt: Egal wie weit ich komme, die Erfahrung zählt für mich. Und es war im Endeffekt ein sehr gute Erfahrung. Aber wie du eben auch gesagt hast, du willst immer mehr, man will immer weiter kommen…

…Ja, du nimmst es auch immer ernster – Je weiter du kommst, und umso verbissener wird man auch.

Gab es einen Grund, warum du ausgeschieden bist?

Wanda: Heidi Klum hat gesagt, ich habe am Ende zu viel nachgedacht und das hat meine Natürlichkeit weggenommen. Ich war auch sehr angespannt und habe mich ein bisschen verloren am Ende.

Was meinst du, nach welchen Kriterien bei GNTM die Entscheidungen getroffen werden, wer weiterkommt und wer rausfliegt?

Wanda: Das finde ich sehr schwierig einzuschätzen, ob das nach Leistung beurteilt wird. Viele Mädchen, die ich als bildhübsch und professionell empfunden habe, sind  rausgeflogen und es gab viele, wo ich mich gewundert habe, dass die so lange dabei geblieben sind.

©Oliver S./ProSieben - Wanda Badwal

Um überhaupt an dieser Show teilnehmen zu können, braucht man natürlich Idealmaße. Wie ernährst du dich?

Wanda: Da ich ja auch schon vor der Show gemodelt habe, habe ich mich schon früh mit dem Thema Ernährung beschäftigt.

Seit meinem neunten Lebensjahr bin ich Vegetarierin. Ich denke, es ist wichtig, dass man sich ausgewogen ernährt. Ich liebe Schokolade, dennoch passe ich auf, dass sich der Genuss die Waage hält. Als Vegetarierin esse ich viel Gemüse und treibe auch sehr viel Sport.

Was für Sport machst du denn?

Wanda: Ich liebe es zu joggen, es macht den Kopf frei, man ist an der frischen Luft und verbrennt Fett – ganz wichtig ist für mich die richtige Musik dabei. Ich trainiere gerade für einen Halbmarathon. Man braucht ca. ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, deswegen laufe ich 3-4 die Woche und steigere mich stetig.

©Oliver S./ProSieben - Wanda Badwal

Wie ist deine Meinung zu dem Schlankheitswahn im Modelbusiness?

Wanda: Ich empfinde es als irrationalen Maßstab, was auf  manchen Laufstegen rum läuft: sehr oft essgestörte Mädchen, die vor allen Dingen auch als Maßstab für viele junge Mädchen gelten, weil die dann denken, dass man so aussehen müsste. Was dem absolut nicht entspricht, weil die meistverkaufte Kleidergröße für Frauen ist 38/40 und die Mädchen auf dem Laufsteg tragen 32-34-Size Zero. Das hat absolut nichts mehr mit einer weiblichen Frauengröße zu tun, sondern ist Kindergröße! Mir ist auch bewusst, dass diese jungen Mädels auf den Laufstegen in Paris und Mailand unter einem hohen Druck stehen, weil sie in die Kleider der Designer passen wollen. Doch was sie ihrem Körper und sich selbst längerfristig damit antun, ist ihnen oft nicht bewusst.

Ich bin froh, dass es mittlerweile in Madrid diese Regel mit dem Body-Maß-Index gibt, wenn die Mädels

unter 18 des Indexes haben, dürfen sie nicht auf den Laufsteg! Das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung! Ich persönlich möchte mich gerne in diesem Bereich engagieren, ich habe auch schon eine Stiftung im Auge, die heißt „Leben hat Gewicht“ – diese ist von der Bundesregierung 2007 ins Leben gerufen worden und wird u.a. von Alice Schwarzer und Jette Joop unterstützt. Ich glaube, dass ich junge Mädchen sehr gut erreichen könnte bei diesem Thema.

©Oliver S./ProSieben - Wanda Badwal

Was würdest du gerne erfinden/ändern, um diese Welt zu verbessern?

Wanda: Ich würde gerne das Bildungssystem in Deutschland reformieren. Ich finde, man sollte die Stärken der Kinder viel früher fördern. Man muss zum Beispiel Fächer bis zum Abi durchziehen, die man im späteren Leben nicht unbedingt braucht. Ich wusste schon sehr früh, nämlich mit 12 Jahren, dass ich eine Musicalausbildung machen möchte und künstlerische Tätigkeiten lagen mir sehr – doch diese hätten schon viel früher gefördert werden können. So hat jedes Kind stärken, die es nötig machen, diese zu erkennen und zu fördern.

Viele Kinder kennen Ihre Stärken auch gar nicht, weil sie immer nur hören, was sie nicht können – und so sinkt das Selbstbewusstsein. Auch finde ich es wichtig, dass viel mehr Bewegung in den Unterricht gehört, mehr Sport. Kinder sind immer in Bewegung, können schwer stillsitzen und hier sollte der Lernprozess entsprechend angepasst werden.

Du hast ja gesagt, dass du schon früh gewusst hast, was du später machen möchtest. Du warst auf einer Waldorfschule, hat diese deine künstlerischen Talente gefördert?

Wanda: Ja, auf jeden Fall. Meine Eltern haben früh erkannt, dass ich gerne male und dieses wurde an der Waldorfschule entsprechend gefördert, natürlich auch, weil man dort Tanz, Gesang und Theater im Unterricht hat. Ich bin ja später noch auf ein Gymnasium gewechselt, so konnte ich beide Schulsysteme kennenlernen und habe dadurch auch in beiden Systemen Vor- und Nachteile erkennen können.

Welches Buch hast du als letztes gelesen, das dich so richtig begeistert hat?

Wanda: „Zeit der Freundschaft“ von Judith Lennox. Das ist ein Roman und spielt nach dem zweiten Weltkrieg. Es geht um eine Familie und handelt von einem Bruder, der aus dem Krieg zurückkommt und sich von allem und allen distanziert fühlt. Es geht eigentlich um Liebe, Freundschaft, Familie und Beziehungen. Es ist so ein Buch in das man eintaucht – und ich habe schon zwei Züge dadurch verpasst und bin in die falsche Richtung gelaufen, weil ich im gehen gelesen habe…

Du drehst gerade in Berlin für ProSieben den TV-Movie „Crashpoint Berlin“. Was für eine Rolle spielst du?

Wanda: Ich spiele eine Stewardess. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass ich diese Rolle spielen darf, weil ich finde, Menschen in Uniformen haben irgendwie was. Die haben so etwas unnahbares und man hat das Gefühl, „Wenn mir irgendwas passiert, die können mir auf jeden Fall helfen“, auch wenn das vielleicht nicht immer so ist…

Ich glaube, dass dieser Beruf sehr unterschätzt wird, denn man muss bedenken, dass – zum Beispiel, wenn die Passagiere an Bord kommen – man da steht und jedem der Passagiere das Gefühl geben muss, dass er der erste ist bzw. ihn mit der gleichen freundlichen, offenen und ehrlichen Art begrüßen.

Es ist sehr schön, dass ich durch Schauspiel die Chance habe in verschiedene Rollen einzutauchen und so

verschiedene Berufe kennenzulernen.

Worauf liegt dein Fokus für die Zukunft? Modeln oder Schauspielerei?

Wanda: Im Dezember spiele ich in meiner ersten Musicalproduktion „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – ein Kinder-Musical. Ich freue mich sehr auf die Aufführungen und ich bin mir sicher, dass es eine sehr aufregende und erfahrungsreiche Zeit wird. Gerade in der Vorweihnachtszeit, liegt eine besondere Atmosphäre in der Luft… und ich freue mich auf all die glänzenden Kinderaugen. Die Premiere ist am 3. Dezember im Schiller-Theater in Berlin. Ansonsten wünsche ich mir, dass es so gut wie es im Moment läuft weiter geht. Dass heißt, dass ich den Spagat zwischen Modeln, Filmdreh und Bühne hinbekomme. Natürlich hoffe ich auch, dass ich weiterhin für große Marken werben darf und auf der Bühne stehen kann, gerne in einem Musical oder auch Theaterstück! Mein längerfristiges Ziel ist einen Kinofilm zu drehen, am liebsten eine Rolle wie „Amelie“. Bis dahin möchte ganz viel Dreherfahrung sammeln in Serien und Spielfilmen.

Lieber als Modeln?

Wanda: Nein, nicht entweder oder, zum Glück muss ich mich ja nicht entscheiden! Das Modeln läuft im Moment wirklich sehr gut. Zu Zeit läuft die Modekampagne für „Betty Barclay“ mit mir. Auch für die Fashion 2009 und den neuen Duft werde ich das Gesicht sein, dazu wird im Dezember noch ein Werbespot gedreht.

Du hast im Moment sehr viel zu tun. Was brauchst du, um mal abzuschalten?

Wanda: Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich, Joggen, Yoga, Tanzen! Auch raus in die Natur zu gehen, frische Luft, ein langer Spaziergang…. Ich lese sehr gerne, ich erlebe es als absolut entspannend in einem spannenden Buch abzutauchen! Außerdem meditiere ich, das heißt, ich setz mich auf mein Kissen und spüre meinen Atem, fühle wie er kommt und geht. Das ist ein toller Weg zur Ruhe zu kommen, und auch in Stresssituationen hilft es sehr, sich auf seinen Bauch und die eigene Atmung zu konzentrieren.

Interview: JMH-Reporter Stuehl

Wanda Badwal beim Filmfest

weitere Informationen:

Website von Wanda: www.wanda-badwal.net

ProSieben – „Germany’s next Topmodel“

Die schönsten Bilder von Wanda – „GNTM 2008“

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(Interview v. 03 Okt. 2008; 19:19 )

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4 Responses to Von der Stage School Hamburg zu „Germany`s next Topmodel“ – Interview mit Wanda Badwal

  1. Interview mit Wanda auf JungeMedien-Hamburg.de - Lena Gercke & Germany's Next Topmodel Forum sagt:

    […] Interview mit Wanda auf JungeMedien-Hamburg.de Hier ist ein neues Interview mit Wanda. Sie spielt demn�chst bei der ProSieben Verfilmung "Crashpoint Charly" mit. Offenbar startet sie jetzt ihre Filmkarriere. Sie wollte ja schon immer mal Schauspielerin werden : ->Interview mit Wanda Badwal […]

  2. […] Barbara, an diesem Abend in elegantem Schwarz gekleidet, war mal wieder ein Hingucker. Auch “Germany’s Next Topmodel” Wanda Badwal gehörte an diesem Tag zu den Gästen und stand für einige nette Schnappschüsse zur Verfügung. […]

  3. […] Freitag, 16. Januar, bis Montag, 26. Januar, spielt Wanda Badwal in Hamburg das Aschenbrödel. Wanda ist auch aus der ProSieben-Castingshow “Germany’s […]

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