Ein bisschen Waldorf, Chillen und Musik – Interview mit „ChiefChiller“


© Privatarchiv, ChiefChiller

Die „ChiefChiller“ bestehen aus den ehemaligen Waldorfschülern Raimund Höfer und Martin Keim aus Hamburg. Beide machen seit 2005 zusammen Musik. Über die Plattform MySpace wurde ihr Song „Viva La Waldorf“ weit über die Grenzen Hamburgs bekannt und bisher 23.620-mal gespielt. JungeMedien Hamburg traf sich mit den beiden sympathischen Jungs, um mit ihnen über ihren Werdegang, Musik und ihre zukünftigen Pläne zu sprechen.

Wie lange macht Ihr schon Musik und woher kennt Ihr euch?

Martin:
Wir kennen uns noch aus der Schulzeit, aber musikalisch hat das ganze seinen Anfang als Partygag genommen. Der Gag war so gut, dass wir entschieden haben, ab 2005 „ChiefChiller“ zu werden.
Raimund:
Ein Gag war das also für Dich…
Ich habe damals schon in Hamburg Musik gemacht und habe dann den Martin animiert, nach Hamburg zu kommen – er hat’s gemacht. Für die Musik! Ach, wie romantisch…

Wie würdet Ihr Euren Musikstil beschreiben?

Martin:
Ein bisschen Hip-Hop, ein bisschen Reggae und ein bisschen Pop – und dann muss gechillt werden, fertig ist der ChiefChiller-Sound. Allem voran, haben wir nichts mit „Aggro“ und egozentrischem Sound zu tun!

Wer sind Eure musikalischen Vorbilder, wer inspirierte Euch mit seiner Musik?

Martin:
Wer unseren Song „Inspiranten“ gehört hat, kennt zumindest unsere Hip-Hop-Vorbilder. Aber so eng sehen wir das nicht, denn es sind nicht nur bekannte Acts, die uns inspirieren. Waren es am Anfang vor allem die Hip-Hops, sind es mittlerweile auch elektronische Sachen und vieles mehr.

Ihr wart beide auf der Waldorfschule. Hat die Schule Eure künstlerische Laufbahn gefördert, bzw. zum Entstehen gebracht, oder was war der Auslöser Musik zu machen?

Raimund:
Richtig, wir waren beide auf der Waldorfschule und haben davon ein Jahr in derselben Klasse verbracht.
Der Auslöser war meine Waldorfschulzeit sicher nicht, aber ich habe für meine musikalische Laufbahn auf dieser Schule viel gelernt. Das lag zum einen an dem Waldhorn spielen im Schulorchester, zum anderen am Chor- und Musikunterricht. Natürlich darf man meine Eltern nicht vergessen, die mich zum Klavier spielen animierten.
Martin:
Also ich habe mit 9 Jahren mit Trompete angefangen und die folgenden 10 Jahre in Orchestern und anderen klassischen und symphonischen Orchestern gespielt. An der Waldorfschule selber habe ich weniger musiziert. Lag aber nicht an der Schule, sondern an mir selber. Mit dem „selber-Mucke-machen“ ging es erst 2005 los, ganz von alleine.

Euer Song „Viva la Waldorf“ ist unter Waldorfschülern in ganz Deutschland schon jetzt eine Hymne. In den Lyrics heißt es: „Waldorf war gut für mich und so’n bisschen wäre auch gut für dich“. Was meint Ihr, war so gut für Euch an der Waldorfschule und was würde anderen Schulen von der „Waldorfphilosophie“ gut tun?

Martin:
Der Ernst des Lebens holt Dich schon früh genug ein und da war es für mich nur positiv, dass nicht alles so auf Leistung getrimmt war – und entgegen der allgemeinen Meinung, komm´ ich heute wunderbar mit dem Druck des Lebens in Deutschland zu recht. Hab halt ein wenig später angefangen.
Also was allen gut tun würde, wäre ein wenig entspannter, aber mit offenen Augen durch ihr Leben zu gehen.
Raimund:
Die Idee zu Viva la Waldorf entstand übrigens, weil ich in meinem Dorf immer als „Waldorftrottel“ abgestempelt wurde. Daraus entstand das Bedürfnis, die Kids in ihrer Identität als Waldorfschüler zu bestärken.

Wer schreibt bei Euch die Texte? Wer macht die Samples? Wie entsteht bei Euch ein Song?

Raimund:
Texte sind zum Großteil eine Co-Produktion.
Ideen für neue Instrumentals liefere eigentlich ich und dann machen wir uns zusammen daran, dem ganzen ein Arrangement, Live-Instrumente und einen Feinschliff zu verpassen.

Wie sieht es mit einem Plattenvertrag aus? Gab es schon Anfragen?

Martin & Raimund:
Da gab es wohl schon einen, den wir aber ausgeschlagen haben, da das Angebot nicht so zu unserer Überzeugung gepasst hat. Sind also für neue Ideen zu haben.

Was sind Eure Ziele?

Martin:
Niemals die Freude an der Musik zu verlieren und wenn möglich, diese Freude anderen zu vermitteln.
Raimund:
Unser Ziel ist es auf jeden Fall mal in naher Zukunft ein Album zu produzieren und ein Label zu finden, mit dem wir dann auch durchstarten können.
Momentan suchen wir aber noch händeringend nach einem fähigen DJ.

Gibt es bald Gigs, wo wir Euch sehen und hören können?

Martin:
Ende Januar, Anfang Februar ist was in Lauenburg geplant. www.myspace.com/ChiefChiller da steht es, wenn’s definitiv ist.
Um gleich mal Werbung zu machen: bookings@ChiefChiller.com, falls es Bedarf gibt.

Interview: JMH-Reporter Stuehl


www.ChiefChiller.com

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3 Responses to Ein bisschen Waldorf, Chillen und Musik – Interview mit „ChiefChiller“

  1. La Leyla sagt:

    Endlich mal eine gute Mischung an coolen Beats und smarten Texten !

  2. […] Ein bisschen Waldorf, Chillen und Musik – Interview mit “ChiefChiller” » […]

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