Die Afroamerikaner in der amerikanischen Politik und Geschichte – „Barack Obama for President!“


Foto: Public

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Barack Obama for President! Der erste Afroamerikaner als Anwärter auf den amerikanischen Präsidentenstuhl, der gute Aussichten auf den Präsidentschaftssitz hat, ist ein historischer Moment und eine Zäsur in der amerikanischen Geschichte, die mit der Reise zum Mond vergleichbar ist – zumindest für Amerika.

Video: stern.de besucht Obamas Großmutter in Kenia

Die faszinierende Geschichte der Afroamerikaner beginnt ca. 1619 auf Sklavenschiffen, die die amerikanische Küste ansteuern. Der amerikanische Bürgerkrieg von 1861 führt das schwarze Volk – das gegen seinen Willen aus seinem afrikanischem Paradies verschleppt wurde – in die ersten Anfänge einer Emanzipation, die den Schwarzen in Amerika erstmals Menschenrechte einräumt.

Rassentrennung und Gewalt
Rassentrennung, Schikane und Gewalt gegen Schwarze prägen den Alltag vieler Afroamerikaner bis in die 70er Jahre.
1965 wird der schwarze Bürgerrechtler Malcolm X erschossen.
Am 13. Juli 1967 toben in amerikanischen Städten die schlimmsten Rassenunruhen der amerikanischen Geschichte, und 1968 verüben Unbekannte ein Attentat auf den ebenfalls schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King.
Schon kurz darauf wird die schwarze Bürgerrechtsbewegung „Black Panther Party“ mit brutalsten Mitteln zerschlagen und ausgeschaltet – die schwarzen Viertel werden mit Drogen überschwemmt, um die Bevölkerung ruhig zu stellen.

Der Kampf um Emanzipation und Identität
Der afroamerikanische Traum war bescheiden. Es war der Traum von Menschenrechten und einer eigenen Identität. Gewohnt in der amerikanischen Gesellschaft als „Nigger“ beschimpft zu werden und den Namen von ehemaligen Sklavenhaltern zu tragen, formte sich eine Sehnsucht die der schwarze Bürgerrechtler Malcolm Little ( Malcolm X ) mit dem X=Unbekannt auszudrücken versuchte: Wer sind wir? Wir sind Menschen ohne Namen! Wir tragen die Namen unserer Sklavenhalter und kennen unsere Geschichte nicht!

In öffentlichen Reden erklärte Malcolm, dass man die Schwarzen sehr wohl in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie dulden würde, aber in der Politik wolle man sie nicht sehen.
In seinen Reden machte er Unterschiede zwischen den sogenannten „Hausnegern“ und „Feldnegern“. Während nach Malcolm X die „Feldneger“ unter der Knute schufteten und über die Revolution/Emanzipation nachdachten, lebte der sogenannte „Hausneger“ beim Sklavenhalter im Haus, trug die Kleidung seines „Massas“, passte sich an und gab seine schwarze Identität auf.

Von der Unterhaltungsindustrie in die Politik
Nachdem sich die Afroamerikaner in den 80er und 90er Jahren erfolgreich in der Unterhaltungsindustrie emanzipieren konnten, – vor allem im Sport-, Film- und Musikbereich – rückten auch immer mehr Afroamerikaner in bedeutende politische Ämter vor:
Kofi Annan, Collin Powell und Condoleezza Rice sind bekannte Beispiele, der neuen amerikanischen Realität.
Auch in Europa gibt es Veränderungen.
Rama Yade, gebürtige Senegalesin, wurde 2007 als erste Schwarze in die Französische Regierung geholt.

Der erste afroamerikanische US-Präsident?
Zugegeben, das klingt abenteuerlich. Aber Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Land in dem selbst Arnold Schwarzenegger Präsident werden könnte und in dem automatische Wahlzählmaschinen die Wählerstimmen zählen.
Unbegrenzt sind leider auch die Möglichkeiten eines Wahlausgangs in den Vereinigten Staaten. Das beruht auf dem Wahlsystem durch „Wahlmänner“. Anders als von vielen vermutet, entscheiden nicht die Wahlergebnisse über den Ausgang der Präsidentschaftswahl, sondern nach den Wahlen trifft sich ein sogenanntes „Wahlmännerkollegium“.
Dieses 538-köpfige Wahlmännerkollegium entscheidet schließlich darüber, wer amerikanischer Präsident wird. So konnte z.B George W. Bush 2000 zum Präsidenten gewählt werden, obwohl er in der Volksabstimmung 337.576 weniger Stimmen als Al Gore bekommen hatte.

Aber vergessen wir nicht: Amerika ist auch das Land von Hollywood, in dem Träume manchmal war werden – wenn auch nur für kurze Zeit! Das wären immerhin vier Jahre Präsidentschaft für Barack Obama und ein Eintrag in die Geschichtsbücher der Welt als historisches Ereignis:
Ein Afroamerikaner als mächtigster Mann der Welt.

(msc)


Videos zu: Black Panthers (YouTube)
Verwandte Themen: Rassenunruhen im Wahlkampf ( stern.de )

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10 Antworten zu Die Afroamerikaner in der amerikanischen Politik und Geschichte – „Barack Obama for President!“

  1. […] wie er zum Hip-Hop gekommen ist, was er von Frauen in der Rap-Szene hält – und ob es in Zeiten von Barack Obama’s Wahlkampf um das Präsidentenamt in Amerika, nach seiner Ansicht auch in Deutschland Chancen für einen ersten schwarzen Bundeskanzler oder […]

  2. […] der Siegessäule im Berliner Tiergarten auf die Rede des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Die Berliner Innenstadt gleicht heute einem Hochsicherheitstrakt. Handtaschen werden kontrolliert, […]

  3. […] Mexikaner und Homosexuelle wünscht, droht nun einen Rassenkrieg für den Fall an, dass Obama Präsident wird. Der Ku-Klux-Klan wurde 1865 in den USA gegründet und blickt seitdem auf eine lange Tradition […]

  4. […] Wahlkampf der US-Geschichte ist zu Ende gegangen. Er endet mit einer historischen Weltsensation: Der erste afroamerikanische Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Nach den Wahlen der vergangenen Nacht wird der angehende 44. US-Präsident vom amerikanischen Volk […]

  5. Johnny Rebel sagt:

    Wenn man Rassentrennung verbietet, fördert man den Rassenkrieg.
    Fördert man aber die Trennung, so erspart man sich den Krieg und viele Opfer auf beiden Seiten.

  6. […] ist endlich mal ein Afroamerikaner Präsident in Amerika. Ein Grund in die USA auszuwandern, um diesen Augenblick hautnah zu […]

  7. […] Dienstag, den 20.01.2009, wird Barack Hussein Obama sein neues Amt als Präsident der USA antreten. Ein Afroamerikaner regiert dann mit samt seinem […]

  8. […] Dienstag, den 20.01.2009, wird Barack Hussein Obama sein neues Amt als Präsident der USA antreten. Ein Afroamerikaner regiert dann mit samt seinem […]

  9. […] sind Teil einer Historie und als Afrikaner ist man doppelt so stolz auf den Bruder. Man darf ja nicht vergessen, dass ein […]

  10. […] Afro-Amerikaner an der Parteispitze der Republikaner wäre noch vor kurzem undenkbar gewesen, doch in Zeiten der […]

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