Das Senioren-Internet-Café in Eilbek – Interview mit Torben Kulla


©JungeMedien Hamburg/M.Schulz – Torben Kulla im Senioren-Internet-Café

1999 wurde in Hamburg auf eine Initiative innerhalb der Stiftung Eilbeker Gemeindehaus deutschlands erstes Senioren-Internet-Café gegründet. Es sorgte bundesweit für Schlagzeilen.
Was damals Pionierarbeit war, hat heute im ganzen Bundesgebiet viele begeisterte Nachahmer gefunden, und mittlerweile werden sehr erfolgreich große Internetportale für Senioren betrieben.

JungeMedien Hamburg ging einmal da hin, wo damals alles begann:
ins Ruckteschell-Heim im Hamburger Stadtteil Eilbek. Von der Einrichtung dort, waren wir angenehm überrascht.
Heute wird das damals erste Senioren-Internet-Café deutschlands von Herrn Kulla betreut.

Herr Kulla, das Senioren-Internet-Café des Ruckteschell-Heims war seinerzeit das erste dieser Art in Deutschland und sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Wann ist es eigentlich gegründet worden?
Das war damals Mitte November – Anfang Dezember 1999.

Wer hatte eigentlich damals die Grundidee zu dem Projekt des Senioren-Internet-Cafés?
Die Grundidee war damals von einem Kollektiv innerhalb des Vorstandes der Stiftung Eilbeker Gemeindehaus entwickelt worden. Ein Student hat dann damals das Projekt realisiert.

Wer war der Student?
Das war der Herr Bartelsen. Er war damals Mitglied der Eilbeker Gemeinde und betreute die EDV des Ruckteschell-Heims.

Wie ist die Nachfrage bei den Senioren nach Internet, ist das Angebot denn gut angenommen worden?
Früher war es sehr voll. Zur Zeit, halt durch die Umbaumaßnahmen an unserem Gebäude, haben wir viele Leerstände, deshalb ist es im Moment etwas weniger. Von den externen Besuchern die von außerhalb kommen, kann man sagen, dass im Sommer generell weniger Zulauf ist, während im Winter unser Angebot sehr gut angenommen wird.
Im Januar-Februar nächsten Jahres, wenn es mit den Umbaumaßnahmen im Hause wieder etwas ruhiger geworden ist, biete ich auch wieder Internet- und Computer-Einstiegskurse für Senioren an.

Gibt es spezielle Bedienoberflächen, die besonders seniorengerecht sind?
Das wollen die Senioren nach unserer Erfahrung oft gar nicht. Allerdings haben wir eine spezielle Maus mit einer Kugel in Handnähe. Sie schont die Handgelenke, das ist besonders gut für Osteoporose-Patienten oder Gelenkrheumatismus und bei Senioren, die ihr Handgelenk nicht mehr so flexibel bewegen können. Diese Maus kann man im normalen Handel erwerben, allerdings gibt es nicht allzu viele davon.

Was kostet so eine Maus?
Sie kostet im Handel je nach Laden so zwischen 29 und 60 Euro.

Gibt es Förderungen und Zuschüsse für das Projekt?
Letztes Jahr zu Weihnachten haben wir von der Hamburger Sparkasse in Eilbek eine Spende bekommen. Von der Spende konnten neue Computer für das Senioren-Internet-Café gekauft werden, das hat uns sehr geholfen. Über Spenden freuen wir uns natürlich immer, auch über Sachspenden.

Gehen die Spenden an die Stiftung Eilbeker Gemeindehaus?

Die Spenden gehen direkt an die Stiftung Eilbeker Gemeindehaus für das Projekt „Senioren-Internet-Café“.

Was war eigentlich die Zielsetzung bei der Gründung des Senioren-Internet-Cafés?
Die Zielsetzung war, den Senioren die Angst vor der Technik zu nehmen.
Damit sie einfach merken, dass sie mit Technik viele Sachen, die sie vielleicht akustisch nicht mehr wahrnehmen können, schriftlich nachverfolgen können.
Weil doch viele Senioren noch sehr interessiert sind an vielen Bereichen, und gerade virtuell am Computer kann man oft noch viel länger wahrnehmen und machen als zum Beispiel im normalen Alltag.
Was sehr erfreulich ist, es kommen immer mehr ältere, die zwischen 75 und 85 Jahre sind. Da bin ich sehr stolz drauf.

Interview: JMH-Reporter Schulz

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One Response to Das Senioren-Internet-Café in Eilbek – Interview mit Torben Kulla

  1. Vielleicht von Interesse: Unser kleines Projektteam besucht mit Laptops Seniorenklubs, um das Internet vorzustellen – ein Zwischenbericht ist schon online auf

    http://mobilotsen.twoday.net .

    Gruß aus Wien! D. Kapke

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