Deutsche Motive in polnischer Gegenwartskunst


Foto: Agit-Polska/ VW-Werk in Posen

Verstehen Sie sich mit ihren Nachbarn? Die Ausstellung Nachbarn. Deutsche Motive in polnischer Gegenwartskunst kreist thematisch um die Beziehung zwischen Polen und Deutschen. Welche Bilder von und über Deutsche existieren in Polen und bestimmen die Nachbarschaft?

Der Zweite Weltkrieg wirft nach wie vor Schatten auf das polnisch-deutsche Verhältnis. Wie sehen die heutigen Nachbarschafts-Beziehungen aus und wie sehr bestimmen die Traumata der Vergangenheit die Gegenwart? Mit diesen und anderen Inhalten setzt sich die Ausstellung auseinander.

Auf gute Nachbarschaft!
In der Ausstellung Nachbarn. Deutsche Motive in polnischer Gegenwartskunst verarbeiten 19 polnische KünstlerInnen in ihren Werken existierende Vorstellungen über Deutschland, die im polnischen Kollektivbewusstsein nicht nur schlummern. Die durchaus kritische aber konstruktive Auseinandersetzung mit dem deutsch-polnischen Verhältnis regt zum Dioalog zwischen den Nationen an.

kameraImpressionen von der Ausstellung / Fotostrecke

agitPolska e.V. organisiert die Ausstellung in Partnerschaft mit der Stiftung Pro Arte im Rahmen der kunst altonale der altonale9. Mit der freundlichen Unterstützung vom Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg und der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.

Aufarbeitung auf beiden Seiten
Magdalena Ziomek-Beims und Camilla Kloß führten uns durch die nette Ausstellung in der Jessenstraße. Sie erklärten uns den Sinn der Ausstellung, der vor allem darin besteht, gemeinsam aufzuarbeiten und sich nachbarschaftlich näher zu kommen.
Wir erfahren, daß es in Kielce, 40 Kilometer nordwestlich von Szydlow, noch 1946 zu einem Judenpogrom in Polen kam und die Amerikaner sich nach dem Weltkrieg nicht zu fein waren, hochrangige Wissenschaftler – wie z.B Wernher von Braun – zu entnazifizieren, damit diese das NASA Weltraumprojekt vorantreiben konnten.

Die Vorführung der Dokumentation „Erinnerungen aus der Stadt L. – Wspomnienia z miasta L.“ von Monika Kowalska, Grzegorz Kowalski und Zbigniew Sejwa, beleuchtet innerhalb der Ausstellung ein weiteres unangenehmes Kapitel deutsch-polnischer Geschichte: Wie brisant das Thema Flucht und Vertreibung ist, und dass auch Deutsche nach dem Weltkrieg Opfer von Flucht und Vertreibung waren.
Ein Kapitel, wie man uns sagt, das immer
noch gerne ignoriert und ausgeblendet wird, weil es unangenehm ist.
Die Ausstellung zeigt aber auch, dass 60 Jahre nach dem verheerenden Weltkrieg die Deutschen immer noch mit der Nazivergangenheit und ihren starken Kraftsymbolen, wie z.B dem Hakenkreuz in Verbindung gebracht werden.
Symbole, die nach Leszek Knaflewski eine fast sexuelle Anziehung und Wirkung auf ihre Anhänger zu entfalten scheinen.

Verantwortungsbewusst die gemeinsame Zukunft gestalten
Dass die Vergangenheit nicht allzu fern ist, zeigt nicht nur die steigende Popularität der NPD in Deutschland, sondern auch der zunehmende Rechtsruck in Polen.
Grzegorz Klaman ergänzt die polnische Flagge um einen schwarzen Streifen, den „Trauerstreifen“. Mit der Farbgebung der Fahne hat er eine Erinnerung an die zweite Republik und vor allem an das Ditte Reich gewählt. Klaman warnt mit dieser Arbeit vor der Gefahr des Faschismus, welcher sich in der dritten Republik Polen abzeichnet.
Die warnende Botschaft: Wenn Zukunft gemeinsam und verantwortungsbewusst gestaltet werden soll, dann darf man die Fehler der Vergangenheit sich nicht wiederholen lassen.

Zur Förderung des gemeinsamen Miteinanders wurde für die Ausstellung eigens ein passendes Bierlabel für ein „Versöhnungsbier“ entworfen, das einen deutsch-polnischen Adler zeigt.
Wir danken Magdalena Ziomek-Beims und Camilla Kloß dafür, dass sie uns durch die facettenreiche Ausstellung geführt haben, bei der es in jeder Ecke ständig neues zu entdecken gab.

Podiumsdiskussion zur Ausstellung
Nachbarn. Deutsche Motive in polnischer Gegenwartskunst mit Prof. Wolfgang Schlott und Georg Erdelbrock.
Donnerstag, 21. Juni 2007, 19 Uhr
im KulturForum Altona, Jessenstraße 10, 22767 Hamburg

Nachbarn. Deutsche Motive in polnischer Gegenwartskunst
Ausstellung vom 9. Juni – 24. Juni 2007 / täglich 14-20 Uhr
KulturForum Altona / Jessenstraße 10 / 22767 Hamburg / Eintritt frei!
www.agit-polska.de/d_aktuelles.html / www.altonale.de






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