Einreise in die USA: Ein Erlebnisbericht


Foto: wiki/GNU

Wartende Menschenmassen an den Grenzkontrollen, griesgrämige amerikanische Beamte, die uns zwingen, Fingerabdrücke zu hinterlassen und uns in Nahaufnahme fotografieren. Amerikanische Grenzpolizisten, die einen mit Fragen löchern und mit bösen Blicken in jedem von uns den Terroristen sehen, um uns so die Vorfreude auf den USA-Urlaub zu vermiesen. So oder so ähnlich stellt man sich im Allgemeinen die Einreise in die USA vor. Eins vorneweg: so schlimm war es gar nicht!

Bevor ich meinen lang ersehnten New-York-Urlaub antreten konnte, musste ich zunächst, spätestens 72 Stunden vor Abflug im Internet den sogenannten „Esta-Antrag“ (Esta= Electronic System for Travel Authorization) ausfüllen. Hierbei handelt es sich um ein elektronisches Reisegenehmigungssystem. Seit dem 12.01.2009 ist dieser Antrag Pflicht und dient zur weiteren Sicherheitsüberprüfung der in die USA Einreisenden. Neben persönlichen Informationen und dem Aufenthaltsort in den USA müssen Fragen verneint werden wie zum Beispiel :

„ Waren Sie jemals oder sind Sie gegenwärtig an Spionage- oder Sabotageakten, an terroristischen Aktivitäten oder an Völkermord beteiligt [...]“

Solange alles richtig ausfüllt ist, erhält man sofort die elektronische Reisegenehmigung zum Ausdrucken. Was ich allerdings erst im Flugzeug erfuhr: Das war noch längst nicht alles! Während des Fluges von London nach New York musste ich zwei weitere Formulare (ein grünes Formular mit Fragen zur Person und den Sicherheitsfragen die ich schon vom „ESTA“-Antrag kannte und ein hellblaues für die Zollbestimmungen) ausfüllen.

Foto: wiki/GNU

Grüne Formulare und der „ESTA”-Antrag
Diese Prozedur sollte ja eigentlich durch „ESTA“ ersetzt werden. Dies ist aber scheinbar noch nicht durchgesetzt und so war große Konzentration gefordert, denn verschreiben durfte ich mich nicht. Weitere Vorgaben, wie, dass die „1“ als „Strich“ und die „7“ ohne „Mittelstrich“ geschrieben werden soll, müssen eingehalten werden. Zum Glück dauerte der Flug 7,5 Stunden denn ich füllte insgesamt sieben mal das Formular aus und war schon fast am Verzweifeln, so oft verschrieb ich mich.

In New York gelandet, war ich nervös. Die berüchtigten Einreisekontrollen standen mir bevor. Zu meinem Erstaunen war die Schlange aber gar nicht besonders lang. Ein Beamter, der noch einmal alles genau erklärte und jeden Reisenden freundlich begrüßte, sorgte für Entspannung. Er sprach sogar ein paar Worte Deutsch und trug zur allgemeinen Belustigung bei. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Als ich endlich an der Reihe war, kam die Nervosität wieder hoch. Doch auch der Herr am Schalter war nett und begrüßte mich recht freundlich. Er nahm mir zwar alle Fingerabdrücke der rechten Hand ab und schoss ein Foto von mir, entschuldigte sich aber schon fast ein wenig für seine Vorschriften. Er fragte mich, wie lange ich bleiben will und hieß mich willkommen. Dann war es vorbei. Das hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Auch am Zoll musste ich weder den Koffer öffnen noch irgendwelche schlimmen Fragen beantworten.

Trotzdem: nicht verschwiegen werden darf, dass mehrere Frauen und Männer, deren Aussehen, oder deren Name auf eine arabische Herkunft deuteten, mitgenommen wurden und sich dann einer härteren Kontrolle unterziehen mussten. Insgesamt war ich überrascht wie problemlos die Kontrollen für mich waren. Für viele andere Personen mit scheinbar verdächtigen Merkmalen, egal welchen Reisepass sie besitzen, sind diese Kontrollen jedoch unzumutbar und dies bleibt zu kritisieren.

(dlmk)

About these ads

Eine Antwort zu Einreise in die USA: Ein Erlebnisbericht

  1. Südafrika | Reiseziele Afrika…

    Alles begann damals, so um 1981 herum, in der Körtestraße 10. Damals gab es dort das Geschäft eines Großhändlers, der vorwiegend Spiele aus dem asiatischen Raum nach Berlin importierte. 1994 ging es dann auch nach Spandau in die Havelstraße, 1997 folgt…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 31 Followern an

%d Bloggern gefällt das: