
©Foto: Bob Adams – wikipedia
Amoklauf in Ansbach: Die Wirtschaftskrise und zunehmende Perspektivlosigkeit vieler junger Erwachsener führen zu immer mehr Selbstmorden und Amokläufen, das scheinen Statistiken zu bestätigen, die mittlerweile weltweit ausgewertet werden. Zwar gibt es in Deutschland bisher kein statistisches Datenmaterial, das einen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrisen und Selbstmord oder Amokläufen untersucht, allerdings liegen dazu Daten aus Frankreich vor, die höchst alarmierend sind. 10. 000 Menschen nehmen sich in Deutschland jährlich das Leben. Das sind weit mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, Mord, Drogen, Totschlag oder AIDS sterben.
Die Daten aus Frankreich sind erschreckend: Die globale Wirtschaftskrise und zunehmende Hoffnungslosigkeit treiben immer mehr Menschen in den Selbstmord. Für Schlagzeilen sorgten jüngst die zahlreichen Selbstmordfälle bei der France Telekom – 23 Selbstmorde in 18 Monaten! Der Großkonzern beschäftigt 100.000 Mitarbeiter. Die Scham vor Armut treibt viele in den Suizid. Nach französischen Studien gehören besonders junge Frauen, arbeitslose Einwanderer und Zeitarbeiter zu den suizidgefährdeten Risikogruppen. Aus Angst vor entwürdigender Behandlung oder Hilflosigkeit im Alter, steigt zudem auch die Selbstmordrate der über 60-Jährigen immer weiter an.
Zusammenhänge zwischen Amokläufen und Perspektivlosigkeit
Auch ohne gesichertes Datenmaterial über die Zusammenhänge sind sich Experten und führende Psychologen einig: Perspektivlosigkeit ist ein Katalysator für Amokläufe in unserer Gesellschaft, denn der Amoklauf ist meistens eine Kurzschlussreaktion. Beim Suizid oder Amoklauf kann außerdem von geschlechtsspezifischen Unterschieden ausgegangen werden. Die Amokläufer sehen selbst oft keinen anderen Ausweg mehr aus ihrer Situation. Während beim Suizid das als sinnlos empfunden eigene Leben durch Selbstmord beendet wird, spielen beim Amoklauf Rachegefühle eine übergeordnete Rolle. Der Amokläufer begreift sein Leben als sinnlos und sieht die Schuldigen dafür in der Gesellschaft oder im privaten Umfeld. Der Amoklauf wird so zur persönlichen Abrechnung mit den subjektiv empfundenen Schuldigen.
So machten Amokläufer, wie im Fall Winnenden oder Emsdetten, keinen Hehl aus ihrem tiefen Hass auf die Gesellschaft. Todessehnsucht, Hass und Rache werden oft zum Leitmotiv der meisten Amokläufer. Bei den Campingplatz-Amokläufen der vergangenen Wochen schlachteten zwei Männer auf bestialische Weise ihre Frauen ab. In dem einen Fall hatte ein 33-jähriger seine Ex-Frau und ihre Eltern mit einem Samuraischwert und anderen Waffen brutal hingerichtet (die Ex-Frau wurde mit 48 Messerstichen massakriert), ließ aber seine 10 Monate alte Tochter unversehrt. Bei dem zweiten Campingplatz-Amok, der sich kurz danach ereignete, schlachtete ein 27-jähriger seine Exfreundin und ihre Freundin mit Stichwaffen ab. Die reißerische Berichterstattung vieler Medien, die Verbreitung über neue digitale Informationsträger ( zB die Videoplattform YouTube) – Nachahmungseffekt - und die bisher ungeklärte zunehmende Rate an psychischen Störungen in der Bevölkerung haben sicherlich einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung dieses in Deutschland relativ neuen gesellschaftlichen Phänomens.
Vergleichbares Datenmaterial nach dem Ersten Weltkrieg?
Zwar liegen uns momentan keine statistischen Daten aus Deutschland vor, allerdings gibt es zumindest für die Suizidraten vergleichbares Datenmaterial aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg von 1918. Auch damals gab es einen drastischen Anstieg der Selbstmordraten, ausgelöst durch die große Nachkriegs-Depression in Deutschland und den darauf folgenden Inflationsschock. Christian Goeschel lehrt am Londoner Birkbeck College und hat die vergleichsweise hohen Selbstmordraten der Deutschen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg untersucht (Suicide in Nazi Germany, Oxford University Press, Oxford 2008, 247 Seiten).
Die große Inflation von 1914-1918, psychische Erkrankungen, Depressionen durch Kriegsverstümmelungen und der Verlust des Weltkrieges ließen die Selbstmordraten der Deutschen sprunghaft ansteigen. “Wir müssen die Befürchtung äußern, dass sich die Suizidraten angesichts der Wirtschaftskrise auch hierzulande voraussichtlich negativ entwickeln werden”, erklärt Armin Schmidtke, Vorsitzender des Nationalen Suizid-Präventionsprogramms, im Gespräch mit pressetext.
(asd/gk)
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[...] Amoklauf: Immer mehr Selbstmorde und Amokläufe in Deutschland … [...]
Männer neigen mehr zum Amok und Frauen zum Suizid hab ich mal gelesen.
die politiker wissen schon lange was wirklich los ist. deswegen auch die ganzen kameras und waffengesetze. es drohen immer mehr unruhen durch amok einzelner aber auch durch größere gruppen. deswegen bereiten die sich auf den ernstfall schon lange vor. die menschen haben nichts mehr zu verlieren. kein job alles verloren immer mehr gehen pleite. es wird noch mehr werden. da helfen keine kameras und polizisten. guck mal den film falling down mit michael douglas http://www.youtube.com/watch?v=xyEUt6Yeh7g
jaa amokläufe sind wirklich schlimmm und so ohh und traurig und soo aber man könnte das natürlich auch verhindern, indem man nicht die armen kleinen schüler mobbt
[...] Die Jungen Medien Hamburg haben heute folgenden Artikel veröffentlicht: Immer mehr Selbstmorde und Amokläufe in Deutschland [...]
@Carl: Sind das nicht meistens auch irgendwelche Blagen in den Schulen, die mobben? Sind dann die Eltern der Mobber schuld, wenn einer Amok läuft? Oder quasi “wir alle”, weil wir ja nicht mehr miteinander kommunizieren … – Ok. Ich geb´s zu, ich renne niemandem ewig nach, wenn der halt partout nicht reden will. Aber ab einem gewissen Alter sollte man genug Hirn besitzen um zumindest eins noch zu kapieren: Leute umbringen verboten. Kann man schon im Kindergarten rallen. Man kann Kids, die den Mund nicht aufkriegen, wenn man sie fragt, ja nicht einfach schon mal prophylaktisch wegsperren, damit nix passiert. Aus so einer soll selber seinen Verstand benutzen, wenn sich da jemand nicht helfen lassen WILL, schließe ich mich definitiv nicht denjenigen an, die hier und sonstwo nach Ausreden für Täter suchen.
Na ich dachte für Amokläufe wären eindeutig die Killerspiele als Ursache identifiziert?
Sich jeden Tag auf’s Neue von völlig verblödeten Lehrern und Beamten, korrupter Politik und Wirtschaft auf’s Maul scheissen zu lassen ohne die Aussicht sich jemals dagegen wehren zu können….. Hmmm,… könnte natürlich auch sein.
So oder so. Wir bekommen einfach was wir verdienen.
ich muss eine hausarbeit über dieses thema schreiben, im vergleich mit gewalttaten von (häufig muslimischen) extremisten. ich würde gerne mehr über die psychologie solcher täter erfahren. kann mir da jemand vielleicht helfen?