Music, Dance and Drama an der Stage School Hamburg / Interview mit Kim Moke


©Privatarchiv – Kim Moke

Kim Moke, Tochter eines Piloten und einer Ballettlehrerin, ist seit 1996 Direktorin an der Stage School of Music, Dance and Drama in Hamburg. Die gebürtige Amerikanerin arbeitet seit über 30 Jahren als Choreographin, Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin für zahlreiche internationale Bühnenprojekte. An der Stage School bildete sie hier, an einem der erfolgreichsten privaten Ausbildungsinstitute für darstellende Künste in Europa, unter anderem Stars wie Ralf Bauer, Volkan Baydar und Susan Sideropoulos aus.

Im Interview mit jungeMedien Hamburg teilt sie ihre Erfahrungen mit, klärt über die Stage School auf, und darüber, was man als angehendes Nachwuchstalent dringend beachten sollte.

Frau Moke, Sie sind seit 1996 Direktorin der Stage School Hamburg. Mit welchen Ambitionen übernahmen Sie damals die Schule und was hat sich seitdem an der Schule verändert?

Im Jahre 1990 erwarb ich mit drei Geschäftspartnern die Stage School of Dance and Drama und das Studio Ullmann, das jetzt unter den Namen “On Stage” bekannt ist. Sechs Jahre später also im Jahre 1996 wurde eine Änderung des Schulkonzeptes beschlossen und ich wurde von einem Tag auf den anderen zur neuen Schuldirektorin ernannt. Im bisherigen Stundenplan stand das Experimentieren vor der ausführenden Technik. Doch mit meiner Erfahrung als Performerin sah ich den Bedarf zur Umgestaltung. Die ausführende Technik wurde zur Priorität und sollte nun den Grundstein/Fundament für das Experimentieren bilden.

Die Schule unterrichtet in den Bereichen Tanz, Gesang und Schauspiel. Sind die Bereiche gleich gewichtet, oder gibt es die Möglichkeit einen Schwerpunkt zu wählen?

Die ersten Jahre an der Stage School setzen voraus, dass die Studenten sich mit allen drei Lehrfächer in gleichem Maße auseinandersetzen. Im dritten und letztem Jahr haben die Studenten die Möglichkeit Gesang, Tanz und Schauspiel als Hauptfach zu studieren, oder in der Rundum-Ausbildung zu verbleiben. Die Idee, einen Schwerpunkt schon im zweiten Jahr zu wählen, ist zur Zeit in Überlegung.

Was zeichnet die Stage School Hamburg im Vergleich zu anderen Schulen aus? Was hebt sie ab?

Zunächst einmal ist die Stage School die erfolgreichste private Schule für Musik und darstellenden Künste in ganz Deutschland – und das seit über 24 Jahren, mit einer Fakultät von 70 internationalen Lehrern und ungefähr 250 Studenten. Wir gründen uns auf ein ursprünglich fachübergreifendes und integriertes Lehr/Unterrichtsmodell, welches sich auf Laufbahnen im Entertainment-Bereich fokussiert, was unter anderem Fernsehen, Theater, Film, Musik, Moderation, Pop, Musik und Tanz-Theater umfasst. Außerdem halten wir an den internationalen Performance Standards fest, mit einer Ausbildung in Englisch sowie in Deutsch. Wir versuchen unseren Studenten die Vorstellung zu vermitteln, dass die ganze Welt ein potentieller Arbeitgeber ist.

Einige der wetteifernden Schulen versuchen unser Konzept zu kopieren, da es ihnen an faktischer Erfahrung fehlt und sie so eine Abkürzung zum erfolgreichen Unternehmen gehen wollen. Ich bin mir nicht sicher, ob das die beste Wahl eines aufstrebenden Künstlers ist. Dann gibt es wiederum Schulen, die eine Partnerschaft mit einer außenstehenden Firma haben, welche dann die künstlerische Richtung kontrolliert und so die Flexibilität einschränkt.

Als ein privates, unabhängiges Unternehmen haben wir diese Probleme nicht und können uns somit voll und ganz auf die Belange unserer Studenten und ihre Fähigkeiten fokussieren.

Sie haben lange selber als Tänzerin am Broadway gearbeitet und wissen, wie hart es ist, in diesem Geschäft zu überleben. Was geben Sie Ihren Absolventen mit auf den Weg?

In der Ausbildung so flexibel wie nur möglich zu sein. Bloß nicht die Brücken hinter sich abreißen, da die Welt des Theaters zu klein ist. Glaube an deine eigenen besonderen Talente. Gebe nicht deinen Traum auf. Und erkenne, dass das Leben ein ständiges Lernen durch Erfahrungen ist und dementsprechend das Lernen niemals endet.

Das Schulgeld liegt bei ca. 7920 Euro im Jahr. Was können Sie Talenten raten, die nicht das nötige Geld haben, um eine Ausbildung an der Stage School zu beginnen?

Auch wenn einige Studenten finanzielle Unterstützung von ihren Eltern erhalten, arbeiten die meisten noch zusätzlich abends, wochenends und während der Schulferien. Die SEB Bank arbeitet mit uns zusammen und bietet den Studenten Studienkredite, außerdem ist BAFÖG für berechtigte Studenten erhältlich.
Einige unserer einfallsreichen Studenten haben auch Stiftungen und Unternehmen als Sponsoren gefunden.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften, die ein Sänger, Tänzer oder Schauspieler haben muss, um in dem Geschäft erfolgreich zu sein?

Da sind viele wichtige Aspekte, wie zum Beispiel vorhandenes Talent, Disziplin, ein gesunder Körper, Kreativität, Verantwortung, emotionale Intelligenz, soziale Kompetenz, und eine Leidenschaft für die Kunstform. Oh, und nicht zu vergessen, eine ungeheure Menge Glück – und man muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein.

Sie haben in den USA Theater studiert und auch als Dozentin und Choreographin gearbeitet. Gibt es in der Arbeit und Vorgehensweise Unterschiede zwischen den Lehrmethoden in den USA und Deutschland?

Die Hauptunterschiede zwischen dem Unterrichten amerikanischer und deutscher Studenten liegen in der Mentalität und der Lernmethode. Der amerikanische Student wird darin geschult, zu glauben, dass durch harte Arbeit alles erreichbar ist. Er lernt durch eine gewisse Risikobereitschaft und Experimentieren und hat einen freieren Geist. Beim deutschen Studenten stehen die intellektuellen Fähigkeiten im Vordergrund und das Erlangen von Perfektion durch Spezialisierung. Er ist mehr auf die Technik und die Endresultate ausgerichtet. Beide dieser unterschiedlichen Bildungswege sind
wichtig für den Künstler. Um es noch einmal zusammenzufassen: Der amerikanische Student sollte mehr denken und weniger fühlen, und der deutsche Student sollte mehr fühlen und weniger denken.

Die Stage School Hamburg hat viele erfolgreiche Absolventen wie z.B. Ralf Bauer, Anna Loos oder Fabian Harloff. Viele dieser Talente haben Sie begleitet. Konnten Sie schon während der Ausbildung beobachten, dass diese Schüler erfolgreich sein werden?

Bereits am ersten Schultag ist das Talent und der Charakter der Studenten zu erkennen. Es gibt Studenten mit Charisma und Charme, welche die eine starke Anziehungskraft besitzen, die mit besonderem Talent, die mit einem kuriosen und komischen Charakter, aber auch die zurückhaltenden und introvertierten, die uns aber später plötzlich mit besonders starken Leistungen überraschen.

Es ist sehr schwer ein frühzeitiges Urteil darüber zu fällen, ob jemand der nächste Shooting Star wird, da Talent nicht der einzige wichtige Punkt ist. Man braucht auch Verbindungen, ein gutes Geschäftsgespür und Durchhaltevermögen.

Interview: JMH-Reporter Stuehl

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38 Antworten zu Music, Dance and Drama an der Stage School Hamburg / Interview mit Kim Moke

  1. [...] Stage School hatte zum „Showcase 2008“ geladen und alle waren gekommen. Die Direktorin Kim Moke verkündete zur Eröffnung des Abends stolz, dass erstmalig alle vier Abende auf Kampnagel bis zum [...]

  2. [...] sie eines der meistgebuchten Models die aus der Show bekannt wurden. Durch ihre Ausbildung an der Stage School in Hamburg ist sie eine sehr vielseitige Künstlerin. Sie wird sowohl als Model, wie auch als Sängerin und [...]

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  21. [...] den Teilnehmern der fünfköpfigen Jury saßen Stage-School-Chefin Kim Moke, Sänger Shaham Joyce von Bro’Sis und Volkan Baydar von Orange Blue, Thomas Bösenberg, [...]

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