Mojib Latif im Gespräch – Herausforderung Klimawandel / KörberForum


Foto: pixelio.de

Wie kann die Menschheit ihren Energiehunger so stillen, dass das Klima langfristig stabil bleibt? Seit über hundert Jahren sind wir auf dem Weg in die falsche Richtung, und die Folgen werden allmählich für jedermann spürbar. Mojib Latif gehört zu den Meteorologen und Klimaforschern, die seit vielen Jahren öffentlich die Stimme erheben und die Zusammenhänge erklären.

Latif verdeutlicht, warum es so schwer ist, Entwicklungen in einem von vielen Parametern abhängigen und starken statistischen Schwankungen unterliegenden System zu erkennen, und wie es dann doch gelingt. Er geht auf die Problematik von Klimaprognosen ein und belegt, warum sie trotz aller Komplexität ziemlich genau ausfallen können. Für Deutschland prophezeit Latif, dass die Wetterextreme kurzfristig zunehmen werden.

Die letzten Jahre unterstreichen, dass wir uns bereits mitten im Klimawandel befinden: »Die mittleren Jahresniederschläge werden sich in Deutschland vermutlich nicht stark ändern, die Anzahl der Regentage wird aber deutlich abnehmen. Daraus folgt, dass sich Starkniederschläge häufen werden. Unsere Winter werden immer milder und schnee- sowie frostärmer, während im Sommer immer neue Hitzerekorde erklommen werden.« Latif erwartet u.a. mehr Stürme im Winter und heftigere, mit Hagel verbundene Gewitter im Sommer.

Globale Klimaentwicklung und weltpolitische Probleme
Im Kern geht es dem Wissenschaftler aber nicht um Deutschland, sondern um die globalen Entwicklungen. Für Mojib Latif ist »das Klimaproblem auch ein Symptom anderer ungelöster weltpolitischer Probleme«. Er erinnert daran, wie Ökonomen mit Beginn der Ölkrise 1973 das »Märchen von der Stagnation« verbreiteten: Werde weniger Energie verbraucht, falle die wirtschaftliche Leistung zurück.

Er erinnert an die Politik des Bezweifelns und Verschleierns der chemischen Industrie, als Anfang der 1970er Jahre die ersten Warnungen von Wissenschaftlern vor den die Ozonschicht schädigenden Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen (FCKW) laut wurden – ein gutes Jahrzehnt, bevor das Ozonloch über der Antarktis dann tatsächlich entdeckt wurde. Weil das Klimasystem selbst sehr träge reagiert, sieht Latif immer noch Chancen, zu einer Stabilisierung zu kommen: »Eine gewisse weitere globale Aufheizung der Erde können wir zwar nicht mehr verhindern, die extrem starken Veränderungen wären aber noch vermeidbar.«

Das Gespräch mit Mojib Latif moderiert Martin Meister (GEO).

Termin: Mittwoch, 12. September 19.00 Uhr
KörberForum – Kehrwieder 12
U3, Station Baumwall | 20457 Hamburg

weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de

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